Solothurn

Teure Idee des TCS: Kreisel würde wohl das Zehnfache kosten

Ein Kreisel zwischen der Kanti und dem Friedhof St. Katharinen wird für den TCS Sektion Solothurn wohl ein Wunschtraum bleiben.

Ein Kreisel zwischen der Kanti und dem Friedhof St. Katharinen wird für den TCS Sektion Solothurn wohl ein Wunschtraum bleiben.

Bei der Herrenwegkreuzung auf der St. Niklausstrasse sähe der Touring Club Schweiz einen Kreisel im Gegensatz zum Solothurner Stadtbauamt. Ein solches Verkehrsregime würde das Zehnfache des jetzt geplanten Rückbaus kosten: rund 200'000 Franken.

Noch ist Tempo 30 auf der St. Niklausstrasse wegen Beschwerden hängig. Klar ist aber, was an der einen heiklen Kreuzung passiert, wenn die Temporeduktion kommt.

Der Knoten Herrenweg/St. Niklausstrasse wird bei einer Kostenfolge von rund 20 000 Franken zurückgebaut. Neu würde der Rechtsvortritt gelten und nur noch ein Fussgängerstreifen statt der bisherigen vier beibehalten. Dabei handelt es sich um die West-Ost-Traversierung der St. Niklausstrasse südlich des Herrenwegs. Auch die dortige Mittelinsel würde bestehen bleiben, nicht aber die anderen zwei, die mit den Fussgängerstreifen verschwinden.

Wesentlich weniger Platz bekäme der motorisierte Individualverkehr, wird doch der Kurvenradius von Norden in den Herrenweg bis zur jetzigen Bushaltestelle reduziert und einer kurzen Busspur zwischen Kurve und Haltestelle zugeschlagen.

Die Idee des TCS

Seit dem Jahr 2000 war es auf der Kreuzung zu insgesamt acht Unfällen gekommen. Für den Touringclub der Schweiz TCS, der wie etliche Quartierbewohner gegen die geplante Tempo-30-Einführung auf der St. Niklausstrasse Beschwerde erhoben hat, ist diese Unfallrate «verschwindend gering». Tatsächlich waren die meisten Unfälle an dieser Kreuzung auf Nichtbeachten der Vortrittsregeln zurückzuführen.

Nicht verbessert hatte man die Situation durch das Entfernen der Stoppsignale bei den Einmündungen des Herrenwegs in die St. Niklausstrasse vor etlichen Jahren. Denn mit dem Wechsel auf «Kein Vortritt» wurde ein Haltestopp nicht mehr zwingend gefordert. Auch vor diesem Hintergrund empfahl der TCS in seiner kürzlichen Grundsatzpräsentation zu Tempo 30 an dieser Kreuzung die Möglichkeit eines Kreiselbaus. Untermauert wurde der Vorschlag durch eine vor kurzem erschienene Analyse des Thurgauer Tiefbauamts, wonach Kreisel das Kollisionsrisiko um 60 Prozent senken.

Zu eng und zu teuer

Tatsächlich war die Kreisel-Idee im Stadtbauamt beim Ausknobeln des künftigen Verkehrsregimes «kurz ein Thema» gewesen, wie Leiterin Andrea Lenggenhager auf Anfrage bestätigte. Doch wurde ein Kreisel bald verworfen, denn «durch die versetzten Einmündungen des Herrenwegs sind die Lage und die Topografie für einen Kreisel nicht ideal.

Der Platz für einen Kreisel mit einem Durchmesser von 26 und inklusive Trottoir 30 Metern reicht kaum aus.» Auch lägen die Kosten dafür «um Faktoren höher», nämlich um das Zehnfache des jetzt geplanten Rückbaus, also bei rund 200 000 Franken, so Lenggenhager. «Aus diesen Gründen wurde der Kreisel im Detail nicht weiterbearbeitet.»

Auch die andere heikle Kreuzung an der St. Niklausstrasse, mit den Einmündungen der Frank-Buchser-Strasse und Oberen Sternengasse, nahm der TCS unter die Lupe. Dort ereigneten sich zwischen dem Jahr 2000 und 2010 fünf Unfälle. Nach dem letzten, als ein Mädchen auf dem Fussgängerstreifen angefahren wurde und einen Armbruch sowie eine Gehirnerschütterung erlitten hatte, wurde die Kreuzung vor zwei Jahren für rund 80 000 Franken rückgebaut und entschärft. Seither gab es dort keinen Unfall mehr. Trotzdem schlug der TCS in seiner Präsentation bei der Einmündung der Frank-Buchser-Strasse eine versetzte Gitterssperre vor, wie sie seit Jahren weiter nördlich bei der Einmündung der Cuno-Amiet-Strasse auch aufgrund eines Unfalls erstellt worden war. Damit soll das unreflektierte Hinausfahren von Velofahrern vom Fegetzschulhaus her auf die Sammelstrasse St. Niklausstrasse hinaus verhindert werden. Die Cuno-Amiet-Strasse ist jedoch im unteren Teil nur ein schmaler Fuss- und Veloweg, während die Frank-Buchserstrasse - zwar mit «Zubringerdienst gestattet» signalisiert und als Sackgasse rückgebaut – doch für einige Liegenschaften, darunter auch dem Fegetzschulhaus die Zufahrt mit dem Auto ermöglicht. Diese Idee des TCS ist damit definitiv nicht durchführbar, weil Autos die Gittersperre unmöglich passieren könnten. (ww)

Gittersperre wäre Ding der Unmöglichkeit

Auch die andere heikle Kreuzung an der St. Niklausstrasse, mit den Einmündungen der Frank-Buchser-Strasse und Oberen Sternengasse, nahm der TCS unter die Lupe. Dort ereigneten sich zwischen dem Jahr 2000 und 2010 fünf Unfälle. Nach dem letzten, als ein Mädchen auf dem Fussgängerstreifen angefahren wurde und einen Armbruch sowie eine Gehirnerschütterung erlitten hatte, wurde die Kreuzung vor zwei Jahren für rund 80 000 Franken rückgebaut und entschärft. Seither gab es dort keinen Unfall mehr. Trotzdem schlug der TCS in seiner Präsentation bei der Einmündung der Frank-Buchser-Strasse eine versetzte Gitterssperre vor, wie sie seit Jahren weiter nördlich bei der Einmündung der Cuno-Amiet-Strasse auch aufgrund eines Unfalls erstellt worden war. Damit soll das unreflektierte Hinausfahren von Velofahrern vom Fegetzschulhaus her auf die Sammelstrasse St. Niklausstrasse hinaus verhindert werden. Die Cuno-Amiet-Strasse ist jedoch im unteren Teil nur ein schmaler Fuss- und Veloweg, während die Frank-Buchserstrasse - zwar mit «Zubringerdienst gestattet» signalisiert und als Sackgasse rückgebaut – doch für einige Liegenschaften, darunter auch dem Fegetzschulhaus die Zufahrt mit dem Auto ermöglicht. Diese Idee des TCS ist damit definitiv nicht durchführbar, weil Autos die Gittersperre unmöglich passieren könnten. (ww)

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