Solothurn

«Tentakel-Frau» bringt zweites Buch auf den Markt

Die 49-jährige Daniela Jäggi hat dank ihrer Tochter die Leidenschaft des Schreibens neu entdeckt. Ak/Archiv

Die 49-jährige Daniela Jäggi hat dank ihrer Tochter die Leidenschaft des Schreibens neu entdeckt. Ak/Archiv

Unter dem Titel «Mal nett, mal weniger» hat die ehemalige «Cristina’s»-Geschäftsführerin ihr zweites Buch publiziert.

Blogger sind ein schöpferisches und fleissiges Völkchen: In regelmässigen Abständen, täglich bis wöchentlich, teilen sie mit der weltweiten Netzgemeinde ihre Gedanken, ihre Ansichten, ihre Freuden, ihren Unmut.

Viele finden auf diese Weise ihre Anhängerschar. Selten jedoch werden diese Werke in Form von Druckerschwärze festgehalten. Daniela Jäggi, Inhaberin der mittlerweile geschlossenen «Cristina’s»-Modeboutiquen, wagte 2015 den Schritt zum Buch und brachte mit «Von süss bis ungeniessbar» eine Sammlung ihrer Blog-Einträge heraus.

Da ihr die Geschichten auch nach der Buchpublikation nicht ausgingen, war die 49-Jährige unter www.modepraline.com weiter schöpferisch und fleissig tätig. Entsprechend ist nun ihr zweiter Band «Mal nett, mal weniger» erschienen, illustriert von Claude Lüthi.

Und so bunt, wie sich der Alltag gestalten kann, ist auch diese zweite Sammlung der Geschichten und Einsichten geraten. Jäggi offenbart ihre Facetten als Ehefrau, Mutter, Unternehmerin, Radiomoderatorin, Hundemama, Querdenkerin oder ganz einfach als Frau. Liebe und Verliebtsein, die erfolgreiche Suche nach dem Mr. Right, die Erinnerungen an die erste Verabredung und die (mehr oder weniger vorhandene) Affinität zur Romantik thematisiert die Bloggerin in mehreren Beiträgen.

Als Mutter zweier erwachsener Kinder lässt sie ebenfalls die persönliche Erinnerung an Entwicklungsphasen, an Trotzzeiten, den «pubertären Gehirnumbau», aber auch an die eigene Elternrolle wachwerden.

Auch sich selbst verschont sie nicht

Ebenso wirft sie einen kritischen Blick auf den Zeitgeist: Die komplett vollverplante Kinderagenda oder neudeutsche Kindernamen werden ebenso durch die Mangel gedreht wie das übersteigerte Modebewusstsein von Dreikäsehochs oder der elterliche Hang, den Sprössling entweder einer Vollüberwachung zu unterwerfen oder sie möglich störungsfrei zu «parken».

Auch das moderne Frauenbild beleuchtet sie kritisch und witzig: Was sie von Selbstbräuner hält, von Lobhymnen auf Pfirsichhaut und und warum mit fortschreitendem Alter eine Gewichtszunahme Falten reduzieren kann, während Tattoos der Würde je länger, je weniger schmeicheln.

Daniela Jäggi feuert scharf gegen Besserwisser und Expertentum, gegen nervtötende Kunden, gegen Messestandbetreiber und Telefonverkäufer. Gleichzeitig tritt sie auch aufs Parkett der Selbstironie: wenn sie sich als Nachtmensch outet, Tanzen mit einer Lachtherapie vergleicht, wenn sie einfach mal den Knigge aussen vor lassen möchte oder wenn sie erörtert, warum auch Peinlichkeiten und Stolpersteine nun mal zum Leben dazugehören.

Ihre politische Richtung zwischen links und rechts gibt sie als «Fruchtsalat» an, und wenn sie ihre eigene Multifunktionalität beschreibt, macht sie dies zur «Tentakel-Frau.»
Bereits als Elfjährige verkaufte Daniela Jäggi ihren eigenen Gedichtband an der Haustür.

Nach dem Tod ihres Grossvaters, der sie literarisch inspiriert hatte, fand sie allerdings lange nicht mehr die Kraft, um zur Schreibfeder zu greifen. Und so war es denn ihre Tochter, die sie dazu ermutigte, ihre Gedanken in einem Blog festzuhalten und letzten Endes auch zur Buchautorin zu werden.

Das zweite Buch «Mal nett, mal weniger» ist erhältlich bei Amazon, buchhaus.ch oder bei Bücher Lüthy.

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