Solothurn

Tempo-Rapport: Kommt die St. Niklausstrasse unter die Räder?

In Solothurn war sie lange ein Politikum, die St. Niklausstrasse. Doch seit zwei Jahren gilt auf ihr nun Tempo 30. Womit die Erfolgskontrolle und ein Bericht fällig wird, ob dem Tempo-Diktat durch bauliche Massnahmen nachgeholfen werden muss.

Noch bis und mit Freitag kann man sich zu Tempo 30 in einem lange umstrittenen Stadtquartier äussern: Die Stadt Solothurn lädt zur Mitwirkung auf ihrer Homepage unter «Hubelmattquartier - Wirkungsanalyse Tempo 30» ein. Im städtischen Tiefbauamt hofft dessen Chef Thomas Pfister auf eine rege Beteiligung. «Selbstverständlich können die Leute sich auch brieflich äussern.»

Der Fragebogen enthält fünf Themenkomplexe, ergänzt mit Bemerkungen und oder dem persönlichen Fazit. Das Stadtbauamt will wissen, ob sich mit der Temporeduktion die Verkehrssicherheit verbessert habe, sowie die Lärmbelastung und Wohnqualität im Quartier verändert hätten. Natürlich interessiert auch die Akzeptanz der Temporeduktion durch die Verkehrsteilnehmer oder ob sich deren gegenseitige Rücksichtnahme verändert habe. Der Hintergrund: Zwei Jahre nach Einführung von Tempo 30 ist eine Erfolgskontrolle vorgeschrieben. «Wir möchten dieses Jahr noch den entsprechenden Bericht beisammen haben», so Pfister.

Messungen werden entscheidend sein

Wichtigste Aussagen liefern dabei Messungen des Verkehrsaufkommens und der gefahrenen Geschwindigkeiten, erstellt durch das externe Planungsbüro WAM Planer und Ingenieure AG. «Die Messungen sind erfolgt», erklärt Pfister - der Haupt-Parameter ist die der sogenannte 85-Prozent-Wert der erreichten Durchschnittsgeschwindigkeit.

Oder anders ausgedrückt: Sollten 85 Prozent der gemessenen Fahrzeuge das Tempo-Limit einhalten, «dann dürfte unser Bericht eher dünn ausfallen», erklärt der Chef des Tiefbauamts. Wenn nicht, müssten je nach Grad der Abweichung in Absprache mit der Stadtpolizei bauliche Massnahmen zur Durchsetzung des Tempo-Regimes vorgeschlagen werden. Diese wiederum werden dann die Politik beschäftigen.

Kontrollen führten zu vielen Bussen

Drei Kontrollen der Stadtpolizei am «Hotspot» St. Niklausstrasse sind aktenkundig. Die letzte fand am Dienstag, 1. Oktober, stadteinwärts bei «hohem Verkehrsaufkommen» statt, wie Stapo-Kommandant Peter Fedeli anmerkt. Zwischen 16.30 und 17.15 Uhr wurden 50 Fahrzeuge gemessen, 15 überschritten das Tempo-Limit, blieben aber alle noch im Ordnungsbussen-Bereich. Am 1. April waren in einer Mittagsstunde von 47 Autos 18 zu schnell unterwegs – der «Rekord» lag bei 48 km/h, was noch keine Anzeige eintrug. Die erste Kontrolle Ende Mai 2018 stoppte ebenfalls mittags 14 Temposünder; ein Berner konnte mit 55 km/h gerade noch sein «Billett» behalten, wurde aber verzeigt.

Autor

Wolfgang Wagmann

Wolfgang Wagmann

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