2000-Watt-Region
Teilen von Autos hat sich zum Boom entwickelt

Das Car-Sharing boomt und damit auch die 1987 gegründete Mobility Genossenschaft in der Schweiz. Immer mehr Autofahrer wollen Umweltschutz und Mobilität miteinander verbinden und haben es satt, jeden Tag im Stau zu stehen.

Katharina Arni-Howald
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Mobility-Autos stehen an zahlreichen Orten bereit.

Mobility-Autos stehen an zahlreichen Orten bereit.

zVg

«Über 12 000 Autofahrer nutzen heute die Dienstleistungen der Mobility Genossenschaft, und es werden immer mehr», freute sich der Regionalverant-wortliche für die Nordwestschweiz, Wendel Hilti, im Anschluss an die Mitgliederversammlung der 2000-Watt-Region-Solothurn.

Wer mit dem Fahrrad an den Bahnhof fährt, von dort den öV benutzt und schliesslich mit dem Auto weiterfährt, tut nicht nur der Umwelt etwas Gutes, sondern spart Zeit und vermeidet Ärger. «Kombiniert unterwegs sein liegt im Trend», lobte Hilti das Verhalten der Autofahrer und knüpfte an die Erfolgsgeschichte von Mobility. Jedes Mobility-Auto ersetze neun Privatautos und lindere die Parkplatzprobleme. «Es können verschiedene Fahrzeug-Kategorien gebucht werden, jedoch keine spezifischen Fahrzeuge.»

2900 Fahrzeuge in neun Kategorien stehen in der Schweiz täglich bereit, um den Autofahrern entgegenzukommen. Sie sind seit 2006 mit modernen Bordcomputern ausgerüstet, die von Mobility eigens entwickelt wurden. «Die Zeiten sind vorbei, als man den Schlüssel nach der Fahrt in einen Kasten werfen musste», so Hilti. Die Zunahme von Nutzern werde im Übrigen auch von der Autoindustrie aufmerksam verfolgt, um sich gegebenenfalls auf den neuen Trend einzustellen.

Der Referent führte den Boom auch auf den Generationenwechsel zurück. «Die Jungen konzentrieren sich aufs Internet und die Mobiltelefone und brauchen das Auto als Statussymbol nicht mehr.» Statt Geld in ein Auto zu investieren zögen sie es vor, zu teilen und zu tauschen, sei dies ein Auto, eine Bohrmaschine, ein Rasenmäher oder Musik», stellte der Regionalverantwortliche von Mobility fest. Damit stehen sie nicht alleine da. «Jeder zweite Schweizer ist heute bereit zu teilen.»

Velo-Hauslieferdienst

An der Mitgliederversammlung präsentiete die 2000-Watt-Region Solothurn zwei Projekte, die sie in naher Zukunft beschäftigen wird. Zum einen startet Pro Velo am 1. Juni in Solothurn und Zuchwil einen Velo-Hauslieferdienst, der einmal im Monat auch die Entsorgung von Recycling-Gut beinhaltet.

Volle Einkaufstaschen können im Geschäft abgegeben werden. Innert drei Stunden wird die Ware nach Hause geliefert. Zum anderen will sich der Verein an der vom Bundesrat geplanten Umsetzung der Energiestrategie 2050 beteiligen, die zum Ziel hat, den Stromverbrauch zu senken und vermehrt auf erneuerbare Energieträger zu setzen.

Er unterstützt damit den Kanton, der sich auf Herausforderungen des sich wandelnden energiepolitischen und wirtschaftlichen Umfelds vorbereitet. Das Projektteam fokussiert sich auf das Thema «leichter Leben (Suffizienz)» und will sein Wissen in den Bereichen Wohnen, Arbeiten, Mobilität und Konsum in der Politik und Öffentlichkeit verbreiten.