Jugendsünden
Tattoos - doch keine Bilder für die Ewigkeit

Seit dem 5. Januar kann man sich nun auch mitten in der Solothurner Altstadt von unerwünschten Tattoos trennen - und das bei der auf Laserbehandlungen spezialisierte Praxis Tattgo.

Fabiana Seitz
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Fabian Wüthrich führt die Laserbehandlung an seiner Assistentin vor.

Fabian Wüthrich führt die Laserbehandlung an seiner Assistentin vor.

Fabiana Seitz

«Nicht alle Jugendsünden können rückgängig gemacht werden, Tätowierungen hingegen schon.» Mit diesen Worten preist die auf Laserbehandlungen spezialisierte Praxis Tattgo ihre Dienstleistungen an. Denn seit dem 5. Januar kann man sich nun auch mitten in der Solothurner Altstadt von unerwünschten Tattoos trennen.

Begonnen hat alles vor bald zehn Jahren. Der heutige Laserspezialist und Praxisleiter Fabian Wüthrich lässt sich ein Tattoo stechen, eine Tribal-Zeichnung, welche ursprünglich eine Stammeszugehörigkeit symbolisieren sollte und in den 90er-Jahren stark im Trend lag. Doch mit dem Alter ändert sich auch der Geschmack: Ein Jahr danach muss das Tattoo weg. Als auch ein Darüberstechen zu einem eher unbefriedigenden Ergebnis führt, beginnt sich Wüthrich mit Tattooentfernung mithilfe von Lasertechnologie zu befassen. Er informiert sich selbstständig im Internet, hat Termine bei verschiedenen Dermatologen und Ärzten und lässt sich schliesslich zum Lasertherapeuten ausbilden. Als der Luterbacher sich endlich ein eigenes Lasergerät leisten und sein Wissen am Freundeskreis unter Beweis stellen kann, ist der grosse Schritt zur eigenen Praxis nicht mehr weit. Ein Traum geht für den heute 26-Jährigen in Erfüllung.

«Ich bin kein Gegner von Tattoos», sagt Wüthrich. Ein Tattoo sei zwar ursprünglich für die Ewigkeit gedacht, muss aber nicht für immer sein. Dass er nicht der Einzige ist, der dies so sieht, beweist die grosse Nachfrage. Denn nicht nur Modetrends, auch Menschen verändern sich. So hat Wüthrich Kunden, welche nicht nur ihrem Ex-Partner, sondern auch dessen Namen auf der Haut ein für allemal Adieu sagen wollen. Beruflich können Tattoos ebenfalls ein Hindernis darstellen, besonders wenn sie sich an Stellen wie am Hals oder Handgelenk offenbaren. «Der erste Eindruck zählt, und zwar nicht nur im Beruf», ist Wüthrich überzeugt. Entfernt werden die Tattoos während 8 bis 12 Sitzungen mit Behandlungsabständen von 6 bis 8 Wochen. Die Preise liegen pro Behandlung zwischen 150 und 500 Franken, je nach Grösse und Farbe der Tätowierung. Das entscheidende Instrument trägt den stolzen Namen «Q-Switched nd: YAG-Laser» und soll weniger schmerzhaft sein, als es klingen mag. Denn die eigentliche Laserbehandlung dauert nur wenige Minuten und soll schmerzmässig mit dem Stechen einer Tätowierung vergleichbar sein. Wüthrich liegt die Gesundheit seiner Kunden sehr am Herzen, deshalb klärt er im Vorfeld über allfällige Risiken auf und empfiehlt eine dermatologische Voruntersuchung.

Nebst Tattoo-Entfernung bietet Tattgo auch dauerhafte Haarentfernung an, wofür vor allem die Praxisassistentin und ebenfalls ausgebildete Lasertherapeutin Deborah Eigler zuständig ist. Während sich Männer vorwiegend den Rücken enthaaren lassen, wollen Frauen Beine und Achselhöhlen haarfrei haben. Auch diese Behandlung dauert mehrere Sitzungen, wer also im Sommer mit einem haarfreien Körper Eindruck schinden will, vereinbart am besten schon jetzt einen Termin bei Tattgo.