WM-Einsatz
Tanzgruppe «le ragazze» konnte sich nur knapp nicht fürs Finale qualifizieren

Die zehnköpfige Tanzgruppe «le ragazze» von der Solothurner Tanzschule Balladyum sammelte an den Weltmeisterschaften Polen internationale Erfahrung. Die Qualifikation fürs Finale klappte knapp nicht.

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«Le ragazze» bei ihrem WM-Auftritt in Polen - die Dress konnten sie mittels Crowdfunding finanzieren.

«Le ragazze» bei ihrem WM-Auftritt in Polen - die Dress konnten sie mittels Crowdfunding finanzieren.

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Die Tanzgruppe «le ragazze» ist zurück von der WM in Mikolajki/Polen. Die Gruppe kann auf ereignisreiche Tage zurück blicken, die den Schatz an Erfahrungen reicher gemacht haben. Die Gruppe der zehn jungen Frauen betrat in diesen Tagen das erste Mal eine internationale Bühne.

Die Untergrenze der Kategorie der Erwachsenen liegt bei 16 Jahren, so dass «le ragazze» als Jüngste in den Wettbewerb stiegen. Nach einer elfstündigen Reise am konnte die Gruppe gegen 22 Uhr abends eine erste Bühnenprobe durchführen, so dass sie die Dimensionen der ungewöhnlich grossen Bühne kennenlernen konnten. Tags darauf galt es dann am Vormittag für die Kleingruppe der «le ragazze» Ernst.

Eine falsche Anmeldung

Nach dem Start der ersten konkurrenzierenden Gruppen mussten sie feststellen, dass sie in der Kategorie «Modern» und nicht «Jazz» hätten angemeldet werden müssen. Alle anderen Gruppen boten showmässige Tanznummern, während «le ragazze» ein lyrische, nachdenkliche Choreografie vorbereitet hatten.

Damit erfuhren die Gruppe ein weiteres Mal die Inkompetenz des Schweizerischen Verbands für Jazz- und Showdance SJSV, dessen Unterstützung in keiner Weise vorhanden ist. «Le ragazze» starteten trotzdem, zeigten eine tolle Performance und konnten sich mit dem Endrang 15 für das Finale nur knapp nicht qualifizieren.

Am dritten Tag ruhte sich die Tanzgruppe aus, besuchte Mikolajki, unterstützten die Tänzerinnen der Berner Tanzschule New Dance Academy, mit der die Tanzschule balladyum im Verein Swiss Jazzdance zusammen arbeitet. Gegen Abend war dann bereits wieder Training und Bühnenprobe angesagt. Am Samstag Morgen bereiteten sich «le ragazze» auf ihren grossen Auftritt als Formation vor.

Nebst dem frühmorgendlichen Aufwärmen gehörte aufwendiges Schminken und Frisieren zur Vorbereitung. Die Tänzerinnen sind in diesem Moment als Visagisten und Friseure gefragt, was sie jedoch gekonnt umzusetzen wissen. Um 12 Uhr Mittags ging es dann auf die Bühne und die zehn jungen Frauen zeigten eine glamouröse Show. In keinem Moment war erkennbar, dass sie das erste Mal auf einer internationalen Bühne auftreten. Das Publikum war begeistert, die Trainerin zu Tränen gerührt.

Leider zeichnete sich schon während des Wettbewerbs ab, dass die Schweizer Gruppen, wozu auch zwei Tanzgruppen aus Bern gehörten, einen schweren Stand gegen dieTanzgruppen aus Polen, Tschechische Republik und Kananda hatten. Denn diese fuhren mit Gruppen um die 20 Tänzern und Tänzerinnen auf, was zu einer ganz anderen Art der Choreografie führt, die schwer zu vergleichen ist. So schaffte es keine der Schweizer Gruppen ins Finale – es mag etwas an den Eurovision Song Contest erinnern.

Tolle Show voller Energie

Nichtsdestotrotz ist insbesondere die Trainerin von «le ragazze», Eva Pretelli, sehr zufrieden mit der Leistung ihrer Truppe. «Ich staune und bin gerührt mit welcher Selbstverständlichkeit diese jungen Frauen die Bühne für sich einnehmen und eine tolle Show voller Energie zeigten. Die Ausdruckskraft gepaart mit einer soliden Tanztechnik sowie die Tatsache, dass der Teamzusammenhalt auch im Tanz sichtbar wird, sind die Stärken dieser Gruppe. Ich sehe die Gruppe erst am Anfang Ihrer internationalen Wettbewerbstätigkeit und freue mich, wenn wir wieder kommen.»

Zusammenfassend meint Pretelli, dass zwar die Resultate nicht so glänzen, wie man es sich gewünscht hätte, dass jedoch das Ziel einer erfolgreichen ersten Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb erreicht wurde. (mgt)