Die Kleinstkunstsparte hat in der Kofmehlhalle Tradition. Ob Einzelartisten oder Gruppen, die auserwählten Künstler am Kleinstkunsttag hatten auch in diesem Jahr eines gemeinsam: sie waren bunt durchmischt und in der Lage, mit Wortwitz, musikalischen Höchstleistungen, Theater, Tanz und teils ohne Worte komödiantische Perlen in den Raum zu zaubern und Emotionen auszulösen. Während die einen sämtliche Klangregister zogen, sorgten die anderen für nachdenkliche und berührende Momente.

Zeit blieb den Kleinkunst-Künstlern für ihren Auftritt nicht viel. Im Zehnminutentakt nahmen sie von der Bühne Besitz und entfernten sich ebenso schnell wieder wie sie gekommen waren. Das Publikum blieb staunend zurück und konnte es kaum fassen, dass es in ihrer näheren Umgebung nach elf Jahren immer noch so viele talentierte Entertainer gibt.

Den Auftakt machten sechs stimmgewaltige und experimentierfreudige A-cappella Musikerinnen und Musiker vom „Ensemblö vom Landhuusquai, kurz EVL genannt. Die rhythmisch hinreissenden Songs und Medleys waren so arrangiert, dass die Sänger ganz ohne Instrumente auskamen.

Wer die Tambouren aus Solothurn auf die alte Garde und traditionelle Tambourenfeste reduziert, der lag an diesem Abend völlig falsch. Mit ihrer grandiosen Rhythmusschau verblüfften die jungen Tambourkünstler Jung und Alt und ernteten langanhaltenden Applaus für ihren kraftvollen Auftritt.

Frustriert und vom Leben im Stich gelassen fühlte sich der sowohl in der Musikszene wie im Theater heimische Solothurner Patrick Kappeler. Sein geplanter Vortrag über die Schädlichkeit des Tabaks blieb unvollendet, weil er sich ständig als wertlos in der Widerwärtigkeit des Lebens verstrickte.

Davon war beim preisgekrönten Zürcher Filmregisseur Piet Baumgartner -  ein gelernter Maschinenzeichner – keine Rede. Bekannt auch von den Solothurner Filmtagen ist er hierzulande kein Unbekannter. Sein aussergewöhnlicher Video-Clip „Maschinen“ liess Rasenmäher-Roboter, Kräne und Bagger in geradezu poetischer Schönheit tanzen, so dass die Augen im Zuschauerraum immer glänzender wurden.

Als Jungtalent entpuppte sich der 15-jährige Sekundarschüler Nicolas Stark. Vielversprechend sein Gitarrenspiel und sein Gesang und sein noch etwas schüchterner Auftritt. Vielleicht hat er eine ebenso grosse Karriere vor sich, wie die weitgereiste Alphornbläserin Eliana Burki, die die Weihnachtstage zu einem Besuch in der Heimat nutzte und im Kofmehl einmal mehr bewies, dass es keinen Musikstil gibt den sie nicht auf dem Alphorn spielen könnte.

Wenn der Auftritt auch nur kurz war, er liess erahnen, was das umtriebige Solothurner Musik- und Komiker-Duo Studer und Stampfli bieten kann, wenn es seine grossen Auftritte hat. Ob süss, lustig oder einfach heiter –  die verschiedenen Musikstile kamen auch in der Kofmehlhalle zum Tragen.

Mit einem poetischen Schattenspiel im Stummfilmstil entzückte das Komiker-Duo Comedia Zap und fischte damit in einem clownesken Repertoire, das seit Jahren begeistert. Ohne Worte kam auch die Compagnia Mutabile mit ihrem nonverbalen und dennoch poetischen Maskentheater aus, das an eine ganz andere Seite rührte.

Wie aus einem Traum wurde man zum Abschluss von Sonja und Franky geweckt, dem Boogie- Woogie-Tanzpaar, das sich 2013 den Weltmeistertitel holte und dessen Ausstrahlung schlicht umwerfend war und keine Wünsche offen liess.

Weit entfernt von einer gewöhnlichen Moderatorin war Eva Büschi mit ihren witzigen und komödiantenhaften Einlagen, die zwei Auftritte lückenlos und auf humorvolle Art miteinander verband.