Solothurn

Talkshow «11 nach 9» ist zurück: «Ist die Zeitung bald am Ende?»

«Anchorman» Jens Wachholz begrüsst zur zweiten Staffel von «11 nach 9».

«Anchorman» Jens Wachholz begrüsst zur zweiten Staffel von «11 nach 9».

Viel Klamauk und zwei Lokaljournalisten, die über ihr Befinden in der Zeitungslandschaft Auskunft gaben. Nach vier Monaten Pause ist die Talkshow «11 nach 9» in der Kulturgarage wieder in Fahrt gekommen.

Der freischaffende Schauspieler Jens Wachholz und seine Regisseurin Vera Probst sind ihrem Muster treu geblieben. Statt einer ordentlichen Begrüssung flimmerte Bundeskanzlerin Angela Merkel, eskortiert vom französischen Präsidenten Emmanuel Macron, über den Bildschirm und entlockte mit ihrem Grusswort dem, trotz Herbstferien, zahlreich erschienen Publikum die ersten Lacher. Nicht weniger aufschlussreich und humorvoll gestaltet waren die verschiedenen Statements von bekannten Solothurner Köpfen, die Wachholz bei den jüngsten städtischen Events getroffen hatte. Witzig auch der durch ihn verkörperte Abwart, den man in seinen Sommerferien begleiten konnte. Es ist zu hoffen, dass auch das durchgeführte Casting für eine neue Life-Band bald Früchte tragen wird.

Noch ist das Ende nicht da

Nach der Pause an der gut bestückten Kuga-Bar wurde die Stimmung ernster. Wachholz begann, den Lokaljournalisten Thomas Dähler (Basler Zeitung) und Wolfgang Wagmann (Solothurner Zeitung) unter dem Titel «Quo vadis, du gute alte Zeitung?» auf den Zahn zu fühlen. Eine Frage brannte ihm besonders auf den Lippen: «Ist die Print-Zeitung bei wegbrechenden Einnahmen bald am Ende? Und leidet die Qualität, wenn die finanziellen Mittel spärlicher werden?»

Noch sei es nicht so weit, äusserten sich die beiden geladenen Gäste dazu. «Es gibt immer noch treue Abonnenten, die beim Morgenkaffee die Zeitung lesen», wusste Wolfgang Wagmann aus Erfahrung. Und: «Wir legen immer noch Wert auf Qualität. Wichtig ist, dass die Leser in uns Vertrauen haben und uns ernst nehmen.» Tatsache sei, dass sich der Beruf eines Lokaljournalisten in einer Kleinstadt, wo jeder jeden kenne, oft schwierig gestalte, insbesondere, wenn man einem Bekannten auf die Füsse treten müsse.

Einstecken können muss man

Da hakte auch Thomas Dähler ein: «Wichtig ist, dass ich auch vonseiten des CEO und des Verlegers unterstützt werde und die Freiheit habe zu schreiben, was ich will.» Wer journalistisch tätig sein wolle, müsse auch Kritik aushalten», zeigte er sich überzeugt. Die Entwicklung, alles gratis und online haben zu wollen sei trügerisch, waren sich beide Talkgäste einig – oder mit den Worten von Wagmann: «Wer eine Zeitung verlegen will, muss auch Geld verdienen.»

Jens Wachholz ist anzulasten, dass das Gespräch infolge seiner langen Monologe nur langsam in Gang kam und zuviel Zeit verstrich, bis die Gäste zum Wort kamen. Das führte dazu, dass rückblickend nicht viel Neues zu erfahren war. Zudem werden die Stimmen im Publikum immer lauter, dass die Veranstaltung zu spät angesetzt ist.

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