Stadttheater
Sympathie für «Dreigroschenoper»

Die Gönner «Freunde des Stadttheaters Solothurn» unterstützen mit einer Sponsoring-Aktion die Brecht-Oper. Das Theater kämpft seit den 90-er Jahren mit gleichbleibenden Subventionen.

Fränzi Rütti-Saner
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Ein Theaterjahr der Liebe

Ein Theaterjahr der Liebe

Solothurner Zeitung

Zum Start der nächsten Theatersaion 2011/12 soll Bert Brecht und Kurt Weills «Dreigroschenoper» auf den Bühnen der Theater Biel und Solothurn zu sehen sein. Eine grosse Produktion, die entsprechenden finanziellen Aufwand verursacht. Insbesondere die musikalische Begleitung des Stückes sprengt die «normalen» Kosten, die das Theater in der Regel für seine Produktionen aufwenden muss. Was also tun, damit dennoch ein solch ausserordentliches Stück wieder einmal am kleinsten Theater der Schweiz realisiert werden kann?

Spendenbarometer

Madeleine Elmer, Vorstandsmitglied des Vereins Freunde des Stadttheaters Solothurn, und Roswitha Kloeti hatten die Idee: «Wir stellen explizit für diese Produktion ein Spendenbarometer auf. Im besten Fall sollten so 45000 Franken gesammelt werden können, damit dieses Stück realisiert werden kann.» Im vergangenen Frühling begann die Sammeltätigkeit, und diese Woche konnten Bilanz und ein erster Schlussstrich gezogen werden.

Madeleine Elmer konnte im Foyer des Theaters in Solothurn einige der grosszügigen Sponsoren zu einer kleinen Feier begrüssen. «Exakt 52130 Franken sind bis Ende Dezember 2010 zusammengekommen – mehr als 200 Personen haben so ihre Wertschätzung für unser Theater gezeigt. Ein riesiger Dank allen Spenderinnen und Spendern, den grossen und den kleinen.» Auch die Leiterin des Schauspiels, Katharina Rupp, war bei der kleinen Feier anwesend und meinte: «Wir freuen uns sehr über das ausserordentliche Interesse, mit welchem unser Publikum insbesondere das kleine Orchester für einen grossen Schauspielklassiker unterstützen möchte. Die Spenden haben uns enorm motiviert.»

Das Theater Biel Solothurn kämpft seit den 90er-Jahren mit gleich bleibenden Subventionen. Die gestiegenen Honorar-, Material- und Energiekosten haben unterdessen den Budgetspielraum für das Programm verringert. Grössere Produktionen, die früher auf den Spielplan gelangen konnten, sind heute ohne Zusatzfinanzierung kaum mehr zu verwirklichen.

Dennoch soll der programmatische Anspruch ans Schauspiel gewährleistet bleiben, erklärte Katharina Rupp weiter. «Besonders da unser gesanglich begabtes Ensemble für eine Herausforderung im musikalischen Fach prädestiniert ist.» Brechts «Dreigroschenoper» soll das Eröffnungsstück der Saison 11/12, am3. September 2011 sein. Auch wenn das Spendenziel erreicht wurde, soll besonders in Biel die Aktion weitergehen, erwähnte Madeleine Elmer. «Und auch in Solothurn werden Spenden selbstverständlich dankbar entgegengenommen.»

Der Einsatz für das Theater sei damit längst nicht abgeschlossen. «Das Theater Biel Solothurn braucht Freunde und am Theater interessierte Leute. Wenn wir in Solothurn und Biel weiterhin hervorragende Produktionen mit einem kompetenten und engagierten Ensemble geniessen wollen, müssen wir uns engagieren. Der Freundesverein freut sich immer über weitere Neumitglieder.»

www. theater-solothurn.ch

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