Neuer Laden
Suteria braucht langen Schnauf, um in China Fuss zu fassen

Vor genau 2 Monaten eröffnete die Solothurner Suteria Chocolata AG ihren Verkaufsladen in der chinesischen Millionenmetropole Harbin. Der Absatz sei nicht überragend, aber auch nicht «schlecht». Die Confiserie will nun die Werbeanstrengungen erhöhen.

Franz Schaible
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Auf diesen 40 Quadratmetern verkauft die Suteria ihre Produkte in einem Einkaufszentrum in Harbin, China.

Auf diesen 40 Quadratmetern verkauft die Suteria ihre Produkte in einem Einkaufszentrum in Harbin, China.

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Realistisch, ehrlich und offen zieht Michael Brüderli eine erste Bilanz über sein China-Abenteuer. Er, der vor zwei Monaten als erster Schweizer Confiseur in China einen eigenen Laden eröffnete (wir berichteten). «Auf uns hat niemand gewartet», sagt der Chef der Solothurner Suteria Chocolata AG. Das Angebot der Confiserie wie auch das Einkaufszentrum in der Zehn-Millionen-Metropole Harbin, wo die Suteria auf 40 Quadratmeter Ladenfläche eingemietet ist, seien neu, brandneu.

Von der im September verschickten halben Tonne Schokoladeprodukten seien rund 300 Kilogramm verkauft worden, erklärt Brüderli. Dazu gehören Truffes, Pralinés, Tafelschokolade, mit Schokolade überzogene Haselnüsse oder Solothurner Bsetzisteine. Inzwischen habe man bereits eine zweite Ladung von Produkten mit beschränkter Haltbarkeit per Luftfracht nach Harbin geschickt. Eine weitere Lieferung sei im Dezember geplant. Immerhin sei die Kundenfrequenz und damit der Absatz steigend. Entscheidend werde sein, wie viele Menschen der vierstöckige Konsumtempel anziehen wird. Bislang seien die Frequenzen nicht überragend. In der Regel brauche es eine Anlaufzeit von einigen Monaten. Im Vergleich zur Schweiz habe China keine eigentliche Schokoladekultur, der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch liege bei nur 100 Gramm Schokolade. Zum Vergleich: In der Schweiz liegt dieser Wert bei 12 Kilogramm pro Kopf.

Ernüchtert oder enttäuscht ist Brüderli nicht. Man habe keine grossen Erwartungen gehabt. «Wir wussten und wissen um das Risiko, sich in einem weitgehend unbekannten Markt wie China positionieren zu wollen.» Die Investitionen seien mit rund 150 000 Franken für Vorabklärungen, die Shop-Infrastruktur und einen Jahresmietzins überschaubar. Ist der Standort China also ein Experimentierfeld? Brüderli lacht. «Nein, wir versprechen uns schon einen Betrieb mit einer gewissen Rendite.» Im ersten vollen Geschäftsjahr sollte ein Umsatz im hohen sechstelligen Bereich möglich sein.

Zuerst gelte es nun, den Bekanntheitsgrad der Suteria zu erhöhen, um die Frequenzen weiter anzukurbeln. «Es läuft nicht von allein.» Für die Werbe- und Marketingmassnahmen arbeitet Brüderli mit einem lokalen Werbebüro zusammen. «In einem ersten Schritt werden wir mit einer Plakatwerbung an über 100 stark frequentierten Punkten in der Stadt auf uns aufmerksam machen.» Das Büro verwalte ferner über 4000 betriebene Bildschirme, welche überall dort, wo die Menschen warten – vor Liften, an Kassen usw. – Werbebotschaften übermitteln. «Wir werden auf diesem Kanal einen eigens produzierten Werbefilm platzieren.» Darin werde die Schokoladeherstellung von Beginn bis zur Verpackung gezeigt und vor allem das Swiss-Made-Handwerk hervorgehoben. Eine weitere Option sei auch TV-Werbung.

Einige Erfolge an der Werbefront kann Brüderli schon verzeichnen. So könne er in Harbin ansässige Grossbanken sowie einige 5-Sterne-Hotels mit Müsterchen aus der Suteria-Produktion beliefern. Das seien zwar kleine Schritte, würden aber mithelfen, den Namen Suteria besser zu verankern.

Unter dem Strich zeigt sich Brüderli zufrieden mit dem Start. Es brauche die nötige Geduld und Gelassenheit. Der Aufbau des Standortes in China sei ein mittelfristiger Prozess. Letztlich hofft er weiterhin, «zur richtigen Zeit am richtigen Ort gewesen zu sein».

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