Es ist ein Gemälde, in das der Betrachter buchstäblich eintaucht. An der Scheidelinie zwischen Luft und Wasser blickt er auf einen unbevölkerten Palmenstrand und gleichzeitig ins Azurblau – unterbrochen von Algenfeldern und Korallenblüten. Dann verwandelt sich der Meeresboden in eine Steppenlandschaft.

In einem Bach unter Wasser schwimmt ein Otter auf dem Rücken. «Surreal, aber nicht surrealistisch», nennt Dominique Ruppen viele seiner Werke.  Auch «El Otro» – spanisch für «der andere» sowie eine Anspielung auf den Otter – erweckt diesen Eindruck. «Es geht nicht um den Übergang zwischen Luft und Wasser, sondern um elementare Übergänge im Allgemeinen.»

Das Relativieren der Wahrnehmung ist es, das den 35-jährigen Künstler umtreibt. Auf seinem Bild «Cool Sky» wird der graublaue Himmel zum Protagonisten, obwohl das grelle Rapsfeld fast mutwillig die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Dann werden Ruppens Werke abstrakt, thematisieren aber einen Raum, einer, der sich in Wolkenschichten eines fremden Planeten oder aber in mikroskopischen Zellstrukturen befindet.

Wie man Holz verknotet

Als Spiel der Wahrnehmung treten auch die Holzskulpturen von Jonas Thibault aus Sion in Erscheinung. Der 27-jährige gelernte Schreiner hat sich vom Holzschnittverfahren «Dukta» inspirieren lassen und biegsame Holzleisten zu ästhetischen Skulpturen verknotet. Seitdem er zum ersten Mal eine Schreinerei betreten hat, wollte er das Material Holz mit allen Sinnen erfahren, erzählt er. So kommt es nicht von ungefähr, dass er nach der Ausbildung zum Restaurator/Konservator an der Hochschule der Künste Bern auch als Künstler den Zugang zu diesem Material sucht. Auf die konkrete Skulpturidee sei er durch seine Passion Klettern gekommen: «Ich habe eine Verbindung zum Thema Seil, ohne das bei diesem Sport nichts geht, gesucht.» Eine seiner anderen Leidenschaften wird auch im Landhaus zu sehen sein: So wird er anlässlich der Vernissage heute um 19 Uhr seinen Studienkollegen Ruppen beim Anfertigen eines Werks filmen und anlässlich der Ausstellung zeigen.

Öffnungszeiten Sa, 20. Dez., 10 bis 20 Uhr, Künstlergespräch um 14 Uhr; So, 21. Dez., 10 bis 18 Uhr, Künstlergespräch um 13 Uhr.