Sie war eine von vielen und sie wusste, wovon sie sprach. «Zwei völlig unterschiedliche Welten» machte Patrizia aus Riedholz aus. Und das, obwohl sie vom selben sprach: von zwei Laufevents. Beide hatte sie innert vier Stunden bestritten: den Stadtlauf von Burgdorf über 10 km sowie den Light Run in Solothurn über 5 km. Die subjektive Differenzierung hing nicht mit den Distanzen und den unterschiedlichen Anforderungen zusammen. Patrizia sprach den Charakter der beiden Veranstaltungen an: die eine ein herkömmlicher Volkslauf mit Ranglisten und der Zeit als entscheidenden Faktor, die andere ein Erlebnislauf ohne Klassement und Zeiterfassung. «So gesehen war der Light Run das Auslaufen», sagte sie. Das Spezielle, das Unterschiedliche genoss sie «trotz schwerer Beine».

Das andere Sporttreiben

Patrizia, die Läuferin: Sie war bezüglich Geschlecht in der Mehrheit, als geübte Läuferin aber zugehörig zu einer Minderheit. Der Light Run ist nicht die Veranstaltung, die zwingend auf die stetig wachsende Gemeinde von Volksläuferinnen und -läufer abzielt. Im Verhältnis stehen völlig unüblich viele Nichtläufer an der Startlinie. Das zufällige Befragen von Teilnehmenden bestätigt die Vermutung. «Wir waren schon bei der Premiere vor einem Jahr dabei, fanden Gefallen und sind wiedergekommen», sagten Fränzi und Jacqueline, die eine aus dem Kanton Baselland, die andere Bern. Von einer «andern Art des Sporttreibens», sprachen sie und betonten, dass sie sonst diesbezüglich nicht aktiv seien. Aber sie bedienten sich Superlativen: «Super, genial, mega» und meinten die Idee, den Ablauf, die Organisation, den Reichtum an verschiedenen Installationen.» Weil keine Rangliste erstellt wird und die Zeiten unbedeutend sind, fällt niemand ab.

Und auch das war anders: Als Gruppe erleben liessen sich die abwechslungsreichen 5 km besser. «Wir hatten Spass und dieses Lauferlebnis war so etwas ganz anderes», sagten David und Jeremy welche mit Janine, Monika und Claudio unterwegs waren. Und alle traten in Kontakt mit der Laufinnenwelt und der Umgebung. So waren Juchzer und Freudenschreie häufig. Diskussionen über dies und das liessen sich unterwegs verfolgen. In der Altstadt verfolgten trotz kühler und nasser Witterung nicht wenige das bunte Geschehen und feuerten tatkräftig an. Dass zu Beginn trotz zwei Startblocks der funkelnde Tatzelwurm nur schwerfällig ins Rollen kam und von Laufen kaum die Rede sein konnte, störte niemanden.

Auch die zweite Austragung des Light Run war ein Erfolg. Mit 1500 Teilnehmern war die Veranstaltung schon vor dem Eventabend ausverkauft. Und bezogen auf die vielen strahlenden Gesichter, das Funkeln in den Augen, die ausgelassene Stimmung vor, während und nach dem Einsatz liess sich unzweifelhaft von einem Grosserfolg sprechen. Die etwas andere Art dieser Laufveranstaltung zeigte sich auch vor und nach dem Startschuss. Das Schminken mit reflektierenden Farben erhielt Gewicht, ebenso das gemeinsame Warm-up unter der Leporello-Brücke zu lauten Rhythmen . Und hinterher der warme Empfang im Ziel wie auch die Party in der CIS-Halle.