Solothurn
Stimmengaranten treten nicht mehr für die CVP an

Neben Erfolgen in sozialen Projekten und Strukturveränderungen musste die CVP der Stadt Solothurn im Parteijahr auch Verluste verkraften. So treten Barbara Streit-Kofmel, Katharina Leimer und Peter Wyss nicht mehr zu den Gemeinderatswahlen 2017 an.

Sophie Deck
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Barbara Streit-Kofmel, Katharina Leimer und Peter Wyss.

Barbara Streit-Kofmel, Katharina Leimer und Peter Wyss.

bar/hjs

Im vergangenen Jahr stand für die CVP Stadt Solothurn vor allem die Neuorganisation des Vorstands im Vordergrund. So berichtet Pascal Walter in seinem Jahresbericht als erstes von den neuen Ausrichtungen des Vorstands sowie den daraus resultierenden Statutenänderungen; man wolle versuchen, die Struktur von einer Hierarchie weg und mehr zu einer «Familie» hinzubringen.

So wurde der Vorstand verkleinert und die «Arbeit auf mehr Schultern verteilt», indem Ideen und Entscheidungen über alle Mitglieder gehen. Das Hauptziel dieser Änderungen ist es, die Statuten der heutigen Zeit anzupassen und somit als Partei effektiver zu werden, wie Gaudenz Oetterli später noch erklärt.

Die Langjährigen machen Platz für die Jungen

Seit 12 Jahren Vize-Stadtpräsidentin und gesamthaft 20 Jahre im Gemeinderat – nach diesem langjährigen Engagement ist es für Barbara Streit-Kofmel Zeit, neuen Anwärtern Platz zu machen. «Ich habe das Gefühl, dass die Jungen reelle Wahlchancen haben», sagt sie und ist zuversichtlich, dass auch für das Vize-Stadtpräsidium potenzielle Kandidaten infrage kommen – dafür gebe es auch Interessenten. «Doch konkret wird das erst noch diskutiert.» Ihr selbst habe das Amt immer Spass gemacht, «weswegen ich nicht ausschliesse, auch künftig politisch aktiv zu bleiben.»

Katharina Leimer ist seit 16 Jahren im Gemeinderat. «Ich bin nicht amtsmüde. Aber das reicht längstens», findet sie und will ebenfalls jüngeren Gemeinderäten Platz machen. Sie ist zuversichtlich, dass es Nachfolger gibt, die das CVP-Stimmenpotenzial aufzufangen vermögen. Dass nach Susan von Sury (Wegzug von Solothurn) auch die anderen beiden CVP-Frauen aus der Fraktion ausscheiden, bedauert sie. Neue Kandidatinnen zu finden werde deshalb sicher eine Herausforderung.

Gemeinderat Peter Wyss sagt zu seinem Entscheid, nach drei Legislaturen nicht wieder anzutreten, dass für ihn das Pensionsalter herannahe. «So kann ich mich nach meinem sehr interessanten Engagement für die Öffentliche wieder vermehrt meinem Geschäft widmen.» (ak)

Finanzloch beschäftigt

Des Weiteren, sagt Barbara Streit-Kofmel, habe sich die CVP auch dieses Jahr wieder mit sozialen Projekten beschäftigt. Dazu gehört die Arbeit mit einer Schule, die Deutschunterricht für Flüchtlinge gibt, um diese möglichst schnell zu integrieren, sowie die Sanierung diverser Stadtteile. Nicht zu vergessen ist die Unterstützung von Sportvereinen, auf welche die CVP besonders viel Wert legt.

Während dies alles eigentlich vielversprechend klingt, sieht es finanziell aber nicht optimal aus: In der Jahresabrechnung von 2015 gibt es rote Zahlen und somit einen Aufwandsüberschuss. Der Vorstand ist jedoch zuversichtlich, dass dieses Finanzloch bald wieder gefüllt sein wird und sich dadurch wieder ein Ertragsüberschuss ergeben wird. Obwohl Kassier Kurt Bargetzi zwar skeptischer wirkt als der Rest des Vorstands, ist auch er grundsätzlich guter Dinge.

Wo bleiben die CVP-Frauen?

Eine Sache, bei der der Vorstand aber nicht so zuversichtlich ist, sind die Gemeinderatswahlen. Während der Austritt von ein paar Mitgliedern aus dem Vorstand nicht sehr schwer zu verkraften ist, da diese die Partei noch auf die gleiche Weise unterstützen, trifft das Austreten aus dem Gemeinderat von Barbara Streit-Kofmel, Katharina Leimer und Peter Wyss die Partei umso mehr. Schwierigkeiten macht das vor allem deshalb, weil es nicht nur relativ viele Mitglieder sind, die austreten, sondern auch die, die immer am meisten Stimmen geholt haben.

Ausserdem bestehe nun ein klarer Frauenmangel, fügt Gaudenz Oetterli noch hinzu, weshalb man auch vor allem Frauen vom Kandidieren überzeugen wolle. Die CVP hat nun die Hoffnung, diese Verluste durch viel Aufwand und guten Wahlkampf kompensieren zu können. Man plant – vor allem durch Sportvereine – viel Werbung zu machen und so doch noch die Wähler von sich zu überzeugen und die geplanten fünf Sitze zu bekommen.