Hansheinz Schneeberger ist ein Virtuose von Weltrang, er spielt seit seinem sechsten Lebensjahr Geige. Im Oktober werden es achtzig Jahre sein, dass der beneidenswert vitale Musiker mit der Violine verwachsen scheint. Ton und musikalisches Empfinden dieses Ausnahme-Künstlers berauschen noch immer.

Mit Krisztina Wajsza hat er eine kongeniale Partnerin gefunden. Eine famose Pianistin, die sich im Zusammenspiel vom Grandseigneur der Geige leiten lässt, ohne ihren persönlichen Stil preiszugeben. Zwei Künstler, die sich musikalisch blind verstehen und harmonieren – starke Persönlichkeiten, voller Esprit und Empathie für französische Kammermusik.

Prunkstück für Geiger

Zum Auftakt reüssierten sie mit der einzigen Sonate, die Debussy für Geige und Klavier geschrieben hat und die zu den bedeutendsten ihrer Gattung zählt. Darin fasste Debussy die charakteristischsten Elemente seiner Musiksprache zusammen. Hansheinz Schneebergers Geigenton schillert in breitester Ausdruckspalette. Gemeinsam mit Krisztina Wajsza bietet er ein fesselndes Kaleidoskop verschiedenster Klangfarben. Bei Ravels Sonate für Violine und Klavier fesselte vor allem der hummelflugartige Perpetuum-mobile-Satz.

Ein träumerisches Gespräch, ein Dialog auf Augenhöhe

Abschluss und zugleich Höhepunkt bildete die einzige Sonate für Violine und Klavier von César Franck. Ein Klassiker des Repertoires wird sie auch gerne als Prunkstück aller Geiger und Alptraum aller Pianisten umschrieben. Nach dem schwebenden Beginn des ersten Satzes antwortete Krisztina Wajsza mit einer elegischen Sequenz.

Zwischen Geige und Klavier entspannte sich ein träumerisches Gespräch, ein Dialog auf Augenhöhe. Die Pianistin passt sich Schneebergers Intentionen an, und gemeinsam streben sie eine Interpretation voller Innigkeit, Eleganz und Beredsamkeit an. Ein anspruchsvolles Werk, dessen Zauber sich niemanden entziehen kann.

Der 1926 geborene Hansheinz Schneeberger betört mit schönen Klangfarben und einer Pianissimo-Kultur sondergleichen – selten hört man die Spitzentöne auf einer Violine so leise und perfekt gerundet verklingen. Beide punkten mit technischer Brillanz, gelebter Spielfreude und beschwingtem Miteinander-Musizieren. Kurz: Eine musikalische Sternstunde, die noch lange nachklingen wird.