Am 29. März 2011 um 14.54 Uhr ging die Meldung des Brandes in der Solothurner Altstadt bei der Alarmzentrale ein. Die Feuerwehr war acht Minuten später vor Ort und begann mit den schwierigen Löscharbeiten. Nachforschungen haben gezeigt, dass schon um 14.20 Uhr über 50 Personen den Brand aus der Hauptgasse beobachteten, aber niemand hat alarmiert! «Wertvolle 35 Minuten gingen hier verloren, die es ermöglicht hätten, das Feuer im Entstehungsstadium zu ersticken», meint Paul Haus, Kantonaler Feuerwehrinspektor.

Feuer griff schnell über

Altstadthäuser sind meistens in den unteren Geschossen durch Mauern gut voneinander getrennt. Ein Brand kann sich dort nur schwer ausbreiten. Anders ist die Situation im Dachgeschoss. In den meisten Fällen ist zwar eine einfache Brandmauer vorhanden, jedoch ermöglichen durchgehende Balken sowie das ungeschützte Dach, dass das Feuer auf Nachbarliegenschaften übergreifen kann.

Die Arbeit der Feuerwehr wird zusätzlich erschwert, wenn das Dach und die Brandmauern bei Renovationsarbeiten wärmeisoliert und verkleidet werden, ohne dass weitergehende Brandschutzmassnahmen eingebaut werden. Das Feuer kann sich so in den neu geschaffenen Hohlräumen unbemerkt ausdehnen.

Diese Situation hat dazu geführt, dass die Feuerwehr nur schwer zum Feuerherd vordringen, so die Löscharbeiten nur punktuell vornehmen und dadurch die Ausbreitung des Feuers nicht vollumfänglich verhindern konnte. Der Brand hat sich vom Haus Nummer 54, links und rechts auf jeweils zwei weitere Liegenschaften ausgebreitet. Am Haus Nr. 54 und am Haus Nr. 56 sind dabei die grössten Schäden entstanden. Nebst dem materiellen Schaden sind die Umtriebe für die betroffenen Mieter und Geschäfte nicht zu unterschätzen. Glücklicherweise kamen keine Personen zu Schaden.

Brandschutzmassnahmen werden ergriffen

Der Brand ist auf einen technischen Defekt der elektrischen Installationen, im Bereich des Liftes zurückzuführen. Die Wiederherstellungsarbeiten haben schon kurz nach dem Abzug der Feuerwehr begonnen. Bei jedem Bau und jeder Sanierung (auch ohne Brand) unterstützt die Solothurnische Gebäudeversicherung SGV die Gebäudeeigentümer bei der Planung und Umsetzung von objektbezogenen Brandschutzmassnahmen.

Insbesondere geht es im Fall von Altstadtbauten darum, durchgehende Brandmauern bis unter die Ziegel zu errichten, welche ein Feuer eindämmen und das Übergreifen auf Nachbarhäuser verhindern. Technische Massnahmen, wie z.B. Rauchmelder oder Sprinkleranlagen können eine sinnvolle Ergänzung zum baulichen Brandschutz darstellen. «Fantastisch wäre, wenn alle Häuser in der Altstadt eine Brandschutzmauer bis unter die Ziegel hätten, dann würde ich viel ruhiger schlafen», wünscht sich Alain Rossier, Direktor der SGV. (zvg/ak)