Grossandrang
Staunen, lernen und spielen: Kleinkinder stürmen das Stadttheater

Was im Stadttheater in Biel schon länger geboten wird, können jetzt auch Solothurner Klassikbegeisterte ab dem ersten Lebensmonat erleben: Ein Kammerkonzert, ganzauf die junge Hörerschaft zugeschnitten.

Fränzi Zwahlen-Saner
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Bébékonzert in Solothurn
18 Bilder
Zu Beginn des Konzertes mussten die Kinder lachen wie der Teufel.
Susannah Haberfeld führte als Erzählerin durch das musikalische Programm.
Impressionen vom Bébékonzert im Stadttheater Solothurn.
Impressionen vom Bébékonzert im Stadttheater Solothurn.
Impressionen vom Bébékonzert im Stadttheater Solothurn.
Impressionen vom Bébékonzert im Stadttheater Solothurn.
Impressionen vom Bébékonzert im Stadttheater Solothurn.
Impressionen vom Bébékonzert im Stadttheater Solothurn.
Gross und Klein lauschte gebannt.
Erzsébet Barnácz (Violine) und Witold Moniewski weckten grosses Interesse in den kleinen Zuhörern.
Erzählerin Susannah Haberfeld nimmt die Perspektive der Zuhörer ein.
Impressionen vom Bébékonzert im Stadttheater Solothurn.
Erzsébet Barnácz (Violine), Witold Moniewski (Kontrabass) und Francesco Addabbo Piano) begeisterten die Kleinsten.
Impressionen vom Bébékonzert im Stadttheater Solothurn.
Auf Tuchfühlung mit der Puppe.
Ein kleiner Elefant.
Erszébet Barnácz (Violine), Witold Moniewski (Kontrabass) und Francesco Addabbo Piano) begeisterten die Kleinsten.

Bébékonzert in Solothurn

Thomas Ulrich und Tina Dauwalder

Gestern um 11 Uhr wurde das Studio Arici im Stadttheater Solothurn praktisch von Publikum überrannt. Zusätzliche Stühle wurden hereingereicht, Bodenmatten ausgebreitet, bis schliesslich die rund 50 Bébés und Kleinkinder zusammen mit ihren ebenfalls 50 Begleitpersonen – Mamis, Papis und viele Grosseltern – alle einen Platz gefunden hatten. Die Initiatorin der Bébékonzerte, die Sängerin Susannah Haberfeld, war augenscheinlich überwältigt. «Ich habe ja immer geglaubt, dass diese Konzerte auch in Solothurn Anklang finden. Dass aber gleich so viele kommen, das hab ich dann doch nicht gedacht.»

Gut erkennbar mit einem fantasievollen grossen Turban und im bunten Kaftan führte sie ihr quicklebendiges Publikum durchs Programm. «Wir begegnen heute verschiedenen Tieren. Ganz kleinen, wie den Bienen. Aber auch ganz grossen, wie den Elefanten.» Sie stellte kurz die Musikerin und die beiden Musiker des Konzertes vor: Die Violonistin Erzsébet Barnácz, den Kontrabassisten Witold Moniewski und den Pianisten Francesco Addabbo.

Zunächst zeigt die Violonistin den Zuhörern, was mit ihrem Instrument möglich ist, und interpretierte Paganinis Caprice Nr. 13 für Violine. «Hier hört man immer wieder den Teufel lachen», meinte Haberfeld, «und ihr dürft alle gleich mitlachen.» Da waren schon gleich alle Hemmungen gefallen, denn Kleine und Grosse lachten herzhaft mit, wenn die Geige den entsprechenden Part spielte. Weiter ging es mit Franz Schuberts «L’abeille», dem Bienchen, das dann leicht und fein von Köpfchen zu Köpfchen schwebte. Susannah Haberfeld nahm hier ein Plüschbienchen zu Hilfe.

Aber nun kam der Kontrabass ins Spiel. Er verkörperte zunächst einen Elefanten und dann gleich eine ganze Herde. Die Kinder machten mit und führten zu Camille Saint-Saëns «L’Eléfant» einen Elefantentanz auf. Erklärt wurde dann noch, was eine Variation ist, und dies anhand von Bottessinis «Nel cor piu non mi sento» auch gleich vorgespielt. Die drei Musiker liessen sich durch das ungewohnt «bewegliche» Publikum keine Sekunde aus der Ruhe
bringen.

Nach einer knappen Stunde, war das erste Bébékonzert in Solothurn Geschichte und die Kinder kamen zu einem wohlverdienten Sirüpli. «Das machen wir möglichst ein zweites Mal in Solothurn», meinte Susannah Haberfeld.

Das nächste Bébékonzert findet in Biel am 21. 5. statt.