Solothurn
Statt Theater gabs dieses Jahr einen Weihnachtsmarkt

Heuer gestaltete sich der Vorweihnachtsanlass anders als bisher: Statt des Theaters gab es diesmal einen Weihnachtsmarkt und ein gemeinsames Singen für Schulkinder, Eltern und Freunde des Zentrums für körper- und sinnesbehinderte Kinder ZKSK.

Gundi Klemm
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Weihnachtsabend des Zentrums für körper- und sinnesbehinderte Kinder
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Weihnachtsabend des Zentrums für körper- und sinnesbehinderte Kinder

Felix Gerber

Heuer gestaltete sich der Vorweihnachtsanlass anders als bisher: Statt des alljährlich so beliebten Theaters gab es diesmal einen Weihnachtsmarkt und ein gemeinsames Singen für Schulkinder, Eltern und Freunde des Zentrums für körper- und sinnesbehinderte Kinder ZKSK. Aber: «Niemand muss sich Sorgen machen», so Leiterin Christine Bigolin. Im nächsten Jahr finde ganz sicher wieder ein weihnachtliches Bühnenstück statt. «Da sind wir guter Dinge».

In diesem Jahr allerdings wäre das Programm angesichts zahlreicher personeller Veränderungen vermutlich überladen worden, begründete Bigolin die Durchführung eines Weihnachtsmarktes mit musikalischem Abschluss in der Turnhalle. Seit dem Schuljahrsbeginn im Sommer gab es Wechsel bei Lehrkräften und Betreuung, und Patrik Lischer führt nach dem Ausscheiden von Celine Ducommun den Bereich Schule und Integration.

Er habe sich gut eingearbeitet und sehe bestätigt, dass im ZKSK tatsächlich der Fokus auf der Förderung der Kinder liegt. «Hier wird dieses Leitbild effektiv gelebt», schreibt Lischer. Der Pädagoge stammt aus Hessigkofen und verstärkt die Führungscrew nun zum «Bucheggberger Quartett».

Klärende Zukunftsaussichten

ZKSK-Stiftungsratspräsidentin Ursula Hediger dankte den zahlreichen Gönnern der Institution, die dazu beitragen, dass manchem Kind ein Wunsch erfüllt werden kann. Verwaltungsratspräsident Rudolf Bieri berichtete, dass die drängende Standortfrage für das vom Spitalneubau betroffene ZKSK sich kläre.

In seinem Tätigkeitsbericht schrieb er dazu, dass eine Verlagerung des Schulgebäudes vermutlich erst mit der zweiten Etappe der Spitalneubauten - vielleicht in 20 bis 30 Jahren - nötig werde. «Bis dahin bleibt das ZKSK eventuell mit einem Ergänzungsbau an seinem jetzigen Standort samt den beiden Aussenstationen an der Solothurner Werkhofstrasse und in Oensingen.» Dazu hatte sich auch Bigolin in ihrem Jahresbericht geäussert. Man befinde sich mit der Oensinger Institution «Das Kind im Zentrum» in einem «spannenden Prozess», um den gemeinsamen Aufbau der Frühförderung für körper- und sinnesbehinderte Kinder zu verwirklichen.

Zudem sprach sie eine interdisziplinäre Zusammenarbeit an, die sich auf das Biberister Zentrum Oberwald bezieht. Neu finde ein Austausch von Kompetenzen statt, um die Mitarbeit dortiger therapeutischer Fachleute im ZKSK zu ermöglichen. Damit vollzieht sich ein weiterer Schritt, der der kantonalen Strategie entspricht. Denn gemäss den Verantwortlichen im Amt für Volksschule ist angedacht, dass das ZKSK alle Kinder und Jugendlichen seines Förderspektrums ebenfalls aus der Grossregion Gäu, Gösgen, Olten, die bisher ausserkantonal platziert waren, übernimmt. Das ZKSK soll, so Bieri, sein zusammenhängendes medizinisches, therapeutisches und schulisches Angebot für Kinder im ganzen Kanton bereitstellen.

Wertvolle Tagebucheinträge

Wer sich ein Bild machen will von der täglichen Arbeit des ZKSK, für den sind die Berichte der Bereichsleitungen eine wertvolle Quelle. So liest man in Tagebucheinträgen, dass im Rahmen der Therapiemöglichkeiten eine neue Essgruppe für Kleinkinder mit Schluckstörungen wichtige Hilfe erbringt.

Zu den mit viel Herzblut erfüllten Herausforderungen der sozialpädagogischen Dienste gehört auch die Begleitung von zehn Kindern und Jugendlichen im Internat. Man gewinnt einen Eindruck, wie vielfältig die Aufgaben des Psychologischen Dienstes sind. Lebhaft geht es zu in der Logopädie, in der Physio- und Ergotherapie und in der Psychomotorik.

Jugendliche und Kinder im Schulzentrum werden integrativ behandelt. Für weitere rund 530 Kinder werden die ärztlich verordneten Therapien am -Standort Werkhofstrasse durchgeführt.

Ein Kapitel widmet der Jahresbericht der Orientierungsstufe , die den Übertritt in eine berufliche Ausbildung vermittelt. Alle letztjährigen Schüler fanden nach der obligatorischen Schulzeit eine passende Anschlusslösung.

Das laufende Schuljahr besuchen 73 Heranwachsende. Wegen des Zustroms wurde eine neue Klasse gegründet, die in einem Bürocontainer auf dem Schulgelände unterrichtet wird. Zu lesen ist ausserdem, dass sich die Finanzen in keiner schlechten Verfassung befinden.