Theater Mausefalle
Starke Ensemble-Leistung: Zwei Mäuse erzählen «Aschenbrödel»

Mit der traditionellen Märchenaufführung – dieses Jahr «Aschenbrödel» – zog das Ensemble des Theaters Mausefalle wiederum Jung und Alt mit einer opulenten Aufführung in den Bann.

Helmuth Zipperlen
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Liebe auf den ersten Blick: Aschenbrödel (Jana Zimmermann) trifft auf Prinz Philippe (Silvan Andraschko).

Liebe auf den ersten Blick: Aschenbrödel (Jana Zimmermann) trifft auf Prinz Philippe (Silvan Andraschko).

zvg

Marie-Jeanne Traut hat ein untrügliches Gefühl für die Adaption bekannter Märchenstoffe. Sie versteht es, diese den Möglichkeiten des Theaters kindgerecht anzupassen. So wird denn auch ihr «Aschenbrödel» trotz verschiedener aufwendiger Verfilmungen zu einem Erlebnis.

Das sahen an der Premiere auch Philipp und Yvonne Scheidegger, die mit ihren Kindern Amélie und Maurice die Vorstellung besuchten so. «Wir sind via Facebook darauf aufmerksam geworden und weil es das Lieblingsmärchen unserer Kinder ist, sind wir gekommen,» sagten die Eltern.

Amélie und Maurice waren eher zurückhaltend, doch ihre strahlenden Augen sagten genug. Schliesslich liessen sie sich zur Aussage bewegen, dass ihnen die Szenen am Königshof besonders gefallen haben. Sie haben zwar bereits Verfilmungen des Märchens gesehen, doch die Präsenz der Märchenfiguren auf der Bühne hat sie beeindruckt. «Vor allem finden wir es schön, dass es in Mundart ist,» meinte Yvonne Scheidegger zuletzt.

Im Gegensatz zum Film können auf der Bühne nur Ausschnitte des Märchens szenisch gezeigt werden. Deshalb lässt Marie-Jeanne Traut das Märchen von zwei Mäusen erzählen, von Elli (Nadine Krieg) und Gil (Johnny Sollberger), welche auch die Kinder – zum Teil auf Kissen gleich vor der Bühne – direkt ansprechen.

Das Bühnenbild zeigt die Küche in Aschenbrödels Haus und kann in der Folge mit wenig Aufwand in ein königliches Gemach verwandelt werden. Die Mäuse haben ihr Schlupfloch rechts unterhalb der Bühne, links ist der Dorfbrunnen angetönt, vor welchem sich Marie/Aschenbrödel (Jana Zimmermann) und der inkognito auftretende Prinz Philippe (Silvan Andraschko) sich erstmals begegnen.

Aufwendige, bunte Kostüme

Das Märchen wird in einer nicht näher bezeichnenden Vergangenheit gespielt. Das trifft denn auch für die Kostüme der Köchin, deren Tochter und eben Marie zu. Am Königshof hingegen herrschen prachtvolle Roben vor. Genau, wie sich Kinder einen (Märchen-)Königshof vorstellen.

Der gute König Louis (Jörg Studer, in einzelnen Aufführungen Gregor Wild) und Königin Anna (Anne-Catherine Kramis) sind in Sorge, weil Prinz Philippe einfach nicht heiraten will. Da hat Minister Fleury – köstlich interpretiert von Christoph Stapfer – die Idee zur Veranstaltung eines Balles, zu welchem alle Jungfrauen des Landes und der benachbarten Königreiche einzuladen seien, damit der Prinz eine davon auswählen könne.

Die gute Fee Contelle (Samira Oulouda) zaubert, damit Marie zum Ball gehen kann. Und die beiden Mäuse erzählen, wie sie zu Pferden wurden, welche die aus einem Kürbis verwandelte Kutsche zogen. Der Ball und die Wiederbegegnung von Marie und Philippe werden natürlich szenisch dargestellt. Das glitzert und funkelt nur so auf der Bühne. Für die Musikeinblendungen ist Vico Heller verantwortlich, für die Lichtgestaltung die Regisseurin Marie-Jeanne Traut.

Es ist eine Ensemble-Leistung auf hohem Niveau. Zu den bereits Erwähnten kommen noch Mireille Membrez-Rieder, Zora Helier-Drieghe, Melina Maspero, Tanja Krieg, Léonie Schütz, Nico Barth, Sophie Nyfeler, Sofia Meszaros, und Lukas Rhiner dazu. Am Ende der Aufführung standen alle Mitwirkenden in ihren Kostümen Spalier und verabschiedeten die vielen Kinder – und selbstverständlich auch die Erwachsenen.

Nächste Aufführungen: Samstag/Sonntag 24./25. Februar, 3./4. März, 10./11. März und Sonntag 18. März je um 15 Uhr