Fantreffen
«Star Wars»-Bösewicht David Prowse kommt nach Solothurn

«Darth Vader»-Darsteller David Prowse kommt zum ersten Mal in die Schweiz - und gleich in den Kanton Solothurn. Am 30. Dezember steht er im Museum Altes Zeughaus in Solothurn «Star Wars»-Fans Red und Antwort.

Karin Schmid
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Seit 35 Jahren ist «Darth-Vader»-Darsteller David Prowse (78) als Vertreter der «Star-Wars»-Filme jährlich an 20 bis 30 Fantreffen unterwegs, hier mit einem Rollendouble in Kopenhagen.

Seit 35 Jahren ist «Darth-Vader»-Darsteller David Prowse (78) als Vertreter der «Star-Wars»-Filme jährlich an 20 bis 30 Fantreffen unterwegs, hier mit einem Rollendouble in Kopenhagen.

COLLECTORMANIA Dänemark

Herr Prowse, besuchen Sie die Schweiz zum ersten Mal?

David Prowse: Ja, es wird mein erstes Mal sein. Ich freue mich darauf.

Was wissen Sie über die Schweiz? Welche Vorstellungen haben Sie?

Es hat dort eine Menge Schnee, man kann viel Skifahren - und das Essen ist sehr gut. Die Schweiz ist ein sehr schöner Ort.

Was wissen Sie über die Schweizer Filmszene?

Ich weiss überhaupt nichts darüber. Gibt es eine Filmszene in der Schweiz?

Ja, es gibt eine. Allerdings ist sie eher klein. Die «Star-Wars»-Filmreihe war und ist auch in der Schweiz sehr beliebt. Hatten Sie schon Kontakt mit Fans in der Schweiz?

Nein, hatte ich nicht. Man muss aber auch die Möglichkeit dazu haben. Bisher hatte ich sie noch nicht.

In Langenthal und Solothurn zu Besuch

Am Montag, 30. Dezember, findet um 17.30 Uhr im Museum Altes Zeughaus in Solothurn ein Livetalk mit David Prowse statt. Der Anlass steht unter dem Motto «Vader meets History». Prowse wird von der Filmrüstung und den Dreharbeiten erzählen. Dabei wird «Darth Vaders» Helm im geschichtlichen Vergleich und in Gegenüberstellung mit diversen Rüstungen etwas genauer unter die Lupe genommen.

Ein erster Livetalk mit David Prowse findet bereits am 28. Dezember im Rahmen des Winterkinos in Langenthal statt. Um 20.30 Uhr erzählt der Engländer von den Dreharbeiten zu «Star Wars», seinem Leben als «der Mann hinter der Maske» und seinem Buch «Straight from the Force's Mouth» («Direkt aus dem Mund der Macht»).

Die sechs «Star-Wars»-/ «Krieg-der-Sterne»-Filme zählen zu den finanziell erfolgreichsten Kinofilmen. Eine der Hauptfiguren, «Darth Vader», gilt als einer der bekanntesten Filmbösewichte. In der ersten der beiden Triologien, den zwischen 1977 und 1983 veröffentlichten «Krieg der Sterne», «Das Imperium schlägt zurück» und «Die Rückkehr der Jedi-Ritter», wurde «Darth Vader» von David Prowse verkörpert. Wegen seines britischen Akzents ersetzte man seine Stimme durch die des Amerikaners James Earl Jones. (SZR)

Tickets für das Winterkino unter www.winterkino.ch, für das Museum Altes Zeughaus Solothurn (auf 100 Stück limitiert) im Museum selbst.

Ihre wohl berühmteste Rolle ist die des «Star-Wars»-Bösewichts «Darth Vader». Was war beziehungsweise ist für Sie das Besondere daran?

Es gab stets ein Geheimnis um ihn in «Star Wars». Man hat nie gesehen, was sich unter der Maske, die er trug, verbirgt, nicht einmal, als er starb (genau genommen hat er sie im letzten Teil abgenommen, doch dafür wurde der Schauspieler Sebastian Shaw eingesetzt, Anm.Red.). Ich hatte viel Glück, diese Rolle spielen zu können. Nicht die Figuren von Harrison Ford («Han Solo», Anm.Red.) oder Mark Hamill («Luke Skywalker») waren das Symbol des Films, «Darth Vader» war es. Für mich war dies eine kleine Rolle, doch sie wurde zur Rolle meiner Karriere.

Wie oft sind Sie heute noch unterwegs als «Star-Wars»-/«Darth-Vader»- Vertreter, etwa an Fantreffen?

Ich nehme jährlich an 20 bis 30 Veranstaltungen in der ganzen Welt teil. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Conventions, die am Wochenende stattfinden. Allerdings ist die Nachfrage so gross, dass ich jedes Wochenende an einer Veranstaltung irgendwo auf der Welt sein könnte.

Das Interesse an den «Star-Wars»-Filmen ist also auch 35 Jahre nach dem ersten Teil nach wie vor gross?

Die Nachfrage ist heute grösser als je zuvor. Diese Veranstaltungen werden stets von 60 000 bis 100 000 Personen besucht, vor allem in Amerika und Kanada.

Wie erklären Sie sich diese Faszination?

Ich weiss nicht, wie ich sie erklären soll. Die Leute sind sehr interessiert an den «Star-Wars»-Filmen und an Science-Fiction. Jeder träumt davon, «Darth Vader» zu sein. Es war eine schöne Rolle, doch die Faszination, die andere dafür empfinden, verstehe ich nicht.

Sie begannen als Bodybuilder, haben als junger Mann an Mister-Universe-Wettbewerben teilgenommen und Anfang der 1960er-Jahre mehrmals die britischen Meisterschaften im Schwergewicht gewonnen. Wie sind Sie vom Gewichtheber zum Schauspieler geworden?

Meinen grossen Durchbruch hatte ich, als ich 1970 einen Anruf des Regisseurs Stanley Kubrick bekam. Ich wusste nicht, dass er mich kannte. Er hatte mich wohl irgendwo gesehen und sagte mir, er hätte eine Rolle für mich. Das war in seinem sehr berühmten Film «A Clockwork Orange» («Uhrwerk Orange» von 1971, Anm. Red.). Ich hatte zuvor schon eine Weile als Schauspieler gearbeitet und kleinere Rollenangebote gehabt. Doch es ging erst richtig los mit meiner Schauspielkarriere, als ich anfing, für Stanley Kubrick zu arbeiten. Und dann - 1976 - kam der Anruf von George Lucas für «Star Wars» ...

Vom Bodybuilder zum Schauspieler

David Prowse wurde 1935 im englischen Bristol geboren. Als Teenager entwickelte er eine Leidenschaft für Bodybuilding. Im Alter zwischen
20 und 30 Jahren nahm er an Wettkämpfen wie «Mister Universe» teil und gewann mehrere britische Meisterschaftstitel im Schwergewicht. Nach diversen Fernsehauftritten an Sportveranstaltungen erhielt der 1.98-Meter grosse Prowse die Filmrolle von «Frankensteins Monster» im James-Bond-Film «Casino Royale» (1967). 1977 übernahm er die Rolle von «Darth Vader» in der ersten «Star-Wars»-Triologie, die zur Rolle seiner Karriere werden sollte. Nach «Star Wars» arbeitete David Prowse weiter für Film und Fernsehen und wurde persönlicher Fitnesstrainer von berühmten Schauspielern wie Daniel Day-Lewis oder Christopher Reeve für dessen Rolle als «Superman» (1978). Im Jahr 2000 zeichnete die britische Königin Prowse für seine Arbeit zu wohltätigen Zwecken und als Vertreter für Strassensicherheit mit dem Titel «Member of the Order of the British Empire» aus. Seit einigen Jahren arbeitet er nicht mehr als Schauspieler, reist aber als «Star-Wars»-Vertreter an bis zu 30 Film- und Fanveranstaltungen rund um die Welt. (kas)
Quelle: Internet Movie Database (IMDb)

In den 1930er-, 1940er-Jahren kannte man Johnny Weissmüller, heute sind Sylvester Stallone und Arnold Schwarzenegger grosse Stars. Sind die Chancen heute besser, als Bodybuilder Filmrollen zu bekommen?

Es kommt darauf an, wonach die Leute, die Rollen besetzen, suchen, ob es beispielsweise um solche geht, bei denen man gut aussehen muss oder ob sie einen Schauspieler mit sehr muskulösem Körper brauchen. Nur in diesem Fall bekommt man als Gewichtheber solche Rollen. Ein muskulöser Körper ist aber keine Garantie. Nur weil man einen solchen besitzt, heisst das noch lange nicht, dass man viel Arbeit als Schauspieler bekommt. Ich hatte viel Glück.

In welchem Ihrer Filme haben Sie am liebsten mitgespielt? Warum?

In den drei «Star-Wars»-Filmen habe ich gerne mitgespielt. Ausserdem war die Arbeit mit Stanley Kubrick an «A Clockwork Orange» eine grossartige Erfahrung.

Zurück zu Ihrem Besuch in der Schweiz: Wie lange werden Sie hier sein und was werden Sie tun?

Ich werde am Freitag, 27. Dezember, abends am Flughafen in Zürich ankommen und am Dienstag, 31. Dezember, wieder abfliegen. Für meinen Aufenthalt habe ich nichts geplant. Ich werde einfach an die beiden Veranstaltung nach Langenthal und Solothurn kommen und mich dort mit meinen Freunden und Fans unterhalten. Ich würde liebend gerne viel von der Schweiz sehen, aber ich weiss nicht, ob dafür genug Zeit ist.