Nein, in der Pause herrschten Beklemmnis, Pessimismus pur und Fatalismus in der Rythalle halle. Nur einer war optimistisch geblieben: Ständerat Pirmin Bischof, im perfekten Rot-Weiss-Outfit, verwies auf seinen WM-Tipp in unserer Sonntagsausgabe: 2:1 für die Schweiz. Ein Bischof ist in der Regel ein Gläubiger, doch in diesem Fall wurde der Galube auf ein Wunder auf eine harte Gedulsprobe gestellt.

Die Wende am Dornacherplatz

«Die Schweiz liegt hinten» – ein sinniger Spruch angesichts der ruhenden Fans in den Liegestühlen auf dem Dornacherplatz. Noch hatten sich nicht alle gebettet, da hiess es schon wieder aufstehen: So rasch hatte niemand mit dem Ausgleich gerechnet – aber dafür schnellt man gerne aus dem Stuhl. Doch gewonnen ist noch nichts. Aufschreie und Murren greifen wieder um sich. Schrecksekunden nach Fehlern, Ärger nach missglückten Offensivaktionen. Doch eines lässt hoffen: Pirmin Bischof hat von der Reithalle ebenfalls in die Vorstadt gewechselt, und er bleibt bei seinem Tipp: «2:1 für uns, wirds am Schluss stehen!»

«Am Schluss», richtig. In der allerletzten Sekunde explodiert die Arena, die Arme fliegen in die Höhe, und binnen Minuten fängts draussen an zu hupen. Lassen wir Pirmin Bischof weitertippen, es muss ja nicht wieder ein Krake namens Paul sein. Hauptsache, unser Orakel hat recht und wir können feiern, feiern, feiern...