Nachdem in Sachen Stadttheater-Sanierung das «Ob» am 11. März mit grosser Stimmenmehrheit geklärt wurde, folgt nun die Auseinandersetzung mit dem «Wie». Entsprechend wird am kommenden Dienstag im Gemeinderat ein Nachtragskredit behandelt, der das Projektcontrolling aufgreift. Dabei steht die Kontrolle der Qualität, der Kosten und der Termineinhaltung während der ganzen Theatersanierung im Vordergrund.

An der Gemeinderatssitzung vom 8. November 2011 hatte nämlich Pirmin Bischof (CVP) vorgeschlagen, zum «Eigennutz für die Stadt» eine Kostenkontrolle einzusetzen. Diese solle von einer externen Bauherrenvertretung wahrgenommen werden. Grossmehrheitlich hiess der Rat den Antrag gut. Hingegen war damals Matthias Anderegg (SP) mit dem Gegenvorschlag gescheitert, eine Objektbau-Kommission mit der gleichen Aufgabe zu betrauen, wie dies bei der öffentlichen Hand üblich sei.

Kontrollorgan für 90 000 Franken

Ob die Idee der externen Bauherrenvertretung einem «Misstrauensvotum gegenüber dem Stadtbauamt» gleichkommt, wie dies Anderegg geltend gemacht hatte, sei dahingestellt. Auf alle Fälle hat das Stadtbauamt zwischenzeitlich auf diesen Antrag hin vier Varianten einer Bauherrenunterstützung mit Fokus auf Projektcontrolling erarbeitet und der Gemeinderatskommission (GRK) unterbreitet: Die Optionen reichen von der Einbettung eines Controllers in den Lenkungsausschuss bis hin zur Möglichkeit, die Bauherrschaft komplett an eine externe Vertretung abzugeben. Kostenpunkt für die letztgenannte Option: eine halbe Million. Ausserdem bestünde die Gefahr einer Fehlbesetzung als Bauherrschaft.

Lösung die 90 000 Franken kosten würde

Gutgeheissen wurde in der GRK eine Lösung, die die Stadt rund 90 000 Franken kosten würde. Laut dieser Variante soll ein Projektcontrolling-Gremium eingesetzt werden, bestehend aus Andrea Lenggenhager (Leiterin Stadtbauamt), Reto Notter (Finanzverwalter), je einem Mitglied der Baukommission und des Gemeinderats, Lukas Reichmuth (Chef Hochbau), zuzüglich einer externen Bauherrenunterstützung mit kaufmännischer Orientierung.

Allein für das externe Mitglied werden rund 60 000 Franken veranschlagt. Das Gremium soll die Kosteneinhaltung und die zeitliche wie qualitative Einhaltung der Projektziele überwachen und wäre auch für das Submissionswesen zuständig.

«Kosten im Blick behalten»

«Natürlich ist die Forderung, die der Gemeinderat im November stellte, nicht gratis», kommentiert Stadtschreiber Hansjörg Boll die Tatsache, dass nach dem abgesegneten 20-Millionen-Paket und noch erwartbaren Kosten zur Betriebsauslagerung nun ein weiterer Nachtragskredit anfallen dürfte.

«Ziel soll aber sein, dass jemand die Sanierung aus Controlling-Optik begleitet, um die Kosten im Blick zu behalten.» Dass der Nachtragskredit überhaupt vor den Gemeinderat gelangt, hat dieser selbst gewünscht. Denn die Kosten in der Höhe von 90 000 Franken liegen in der Beschlusskompetenz der GRK; diese kann ansonsten Nachtragskredite bis 120 000 Franken eigenständig gutheissen.

Als weitere Unsicherheit fürs künftige Stadttheater dürften die Laufenden Kosten des Betriebs hinzukommen. «Hierzu werden noch Verhandlungen mit den anderen Trägern der Theater und Orchestergesellschaft Biel-Solothurn über die Verteilung allfälliger Mehrkosten geführt werden», so Boll weiter.