Solothurn
Stadttheater präsentiert seine archäologischen Fundstücke

Am 31. Juli veranstaltet die Kantonsarchäologie eine Führung. Seit Juni werden im Innern des Theaters Ausgrabungen durchgeführt. Dabei stiessen die Archäologen unter anderem auf den Keller einer Messerschmiede und einen Sodbrunnen.

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Der neu entdeckte Keller im Haus Krieg mit gepflastertem Boden und einem Sodbrunnen.

Der neu entdeckte Keller im Haus Krieg mit gepflastertem Boden und einem Sodbrunnen.

Zur Verfügung gestellt

Die Kantonsarchäologie führt seit Juni im Rahmen des Umbaus im Stadttheater Solothurn Ausgrabungen im Gebäudeinnern durch. Am Mittwoch 31. Juli zwischen 17 und 19 Uhr sind Interessierte eingeladen, die ersten Ergebnisse anzuschauen. Neben einigen Baubefunden werden auch Fundobjekte präsentiert.

Gebäudereste aus dem 13. Jh

«Das Stadttheater im Süden der Altstadt liegt teilweise auf dem ehemaligen Aareufer, das erst im 14. Jh. aufgeschüttet wurde», heisst es in einer Mitteilung der Kantonsarchäologie. Bereits im Jahr 1992 wurde hier eine kleinere Ausgrabung durchgeführt. Dabei kamen über den Schwemmsedimenten der Aare verschiedene Gebäudereste zum Vorschein, die auf das 13. Jahrhundert zurückgehen.

In der ersten Grabungsetappe wird das im Osten des Stadttheaters gelegene «Haus Krieg» untersucht. Bereits bei den Rückbauarbeiten stiess man auf einen bisher unbekannten Keller, der mit einem Geröllboden ausgelegt war. Der Keller war komplett mit Maschinenteilen und Halbfabrikaten einer Schmiede aufgefüllt. Es handelt sich dabei um das Lager des Messerschmieds Krieg, der hier ab 1929 seine Werkstatt hatte.

Im Keller wurde zudem ein gemauerter Sodbrunnen entdeckt, der als Wasserquelle für die Werkstatt diente. Gegen die Fischergasse im Süden ist das Fundament der älteren Gebäudemauer noch erhalten, das zudem eine ältere Baulinie markiert. Das Gebäude wurde erst zu einem späteren Zeitpunkt auf die heutige Linie verbreitet. Weitere Fundamente zeigen, dass das Erdgeschoss noch weiter gegliedert war.

Spuren von mehreren Fasseinbauten stehen vermutlich im Zusammenhang mit einer Gerberei, die im Jahr 1679 eingerichtet wurde. Daneben wurden verschiedene Gruben ausgegraben, die ebenfalls handwerklichen Zwecken dienten. In der zweiten Etappe wird das Administrationsgebäude westlich des Stadttheaters archäologisch untersucht. Hier kam bereits ein weiterer, gut erhaltener Sodbrunnen zum Vorschein. (sks)