Stadtpräsidiumswahlen Solothurn
«Mir bringe das ids Ziel»: Wahlkampf um den 2.Wahlgang ist lanciert – etwas könnte für die Stadt zum Problem werden

Bereits ist er lanciert, der Wahlkampf zum zweiten Wahlgang um das Stadtpräsidium. Dieser stellt die Stadt Solothurn vor ein allfälliges Problem.

Fabio Vonarburg
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Der Wahlkampf um den 2. Wahlgang für das Stadtpräsidium in Solothurn ist lanciert.

Der Wahlkampf um den 2. Wahlgang für das Stadtpräsidium in Solothurn ist lanciert.

Hanspeter Bärtschi

«Nach den Wahlen ist vor den Wahlen», heisst es so schön. Eine Redewendung, wie zugeschnitten auf die derzeitige Situation in Solothurn. Anstatt zwei Entscheidungen gab es am Sonntag zwei Unentschieden. Sowohl die beiden Kandierenden für das Stadtpräsidium wie jene für das Vizestadtpräsidium müssen in die zweite Runde. Die Gesichter von Markus Schüpbach, Stefanie Ingold, Laura Gantenbein und Pascal Walter werden einem somit auch in den nächsten Monaten auf Plakaten und Flyern begegnen.

Mit den Wahlparolen für den 26. September ging es gleich wieder los: «Ich bin bereit für den zweiten Wahlgang», schrieb Markus Schüpbach, der Stadtpräsidiumskandidat der FDP auf Instagram und fügt als früherer Triathlet hinzu: «Mir bringe das ids Ziel.»

Die SP Stadt Solothurn verschickte ihrerseits am Montagmorgen eine Medienmitteilung, in der sie das Ergebnis ihrer Kandidatin Stefanie Ingold feiern:

«Nur 71 Stimmen fehlten, um bereits im ersten Wahlgang zu reüssieren. Wir erachten das als grossen Erfolg. Mit Elan gehen wir nun in die zweite Runde.»

Noch euphorischer drückt es Franziska Roth (SP) aus. Die Gemeinde- und Nationalrätin schrieb auf Facebook von einem «historischen Tag» für Solothurn. Dies, weil die Chancen intakt seien, dass Stefanie Ingold die erste Stadtpräsidentin in Solothurn werde.

Derweil hoffen die Freisinnigen, dass im September das links-grüne Lager weniger fleissig an die Urne strömt: Diese hätten von den Abstimmungsthemen profitiert, so der Konsens. Im September werde es anders aussehen. «Durchhalten» und «nicht aufgeben», schreibt darum FDP-Kantonsrat Simon Michel auf Facebook. Ein anderer FDP-Supporter vermisst das Feuer, fordert, dass der Parteivorstand in sich geht.

Die schönste Reaktion ist eine neutrale Stimme. Auf Facebook ist zu lesen: «Habe leider als Doppelgänger von Kurt Fluri zu spät an die Wahl gedacht.» Doppelgänger von Kurt Fluri, wer war das schon wieder? Genau, Anton Knittel, mittlerweile der frühere stellvertretende Pressesprecher von Heilbronn. Die Ähnlichkeit der beiden kam 2018 zu Tage. «Freue mich, dass offenbar alles fair verlief in unserer schönen Partnerstadt, die ich hoffentlich bald mal wieder besuchen kann», schreibt Anton Knittel weiter.

Mehr zum Doppelgänger von Kurt Fluri

Der festgeschriebene Übergabetermin ist in Gefahr

Das Wahlergebnis vom Sonntag bringt Probleme für die Stadt mit sich. In der Dienst- und Gehaltsordnung der Stadt Solothurn ist festgehalten, dass die Beamten – was nur die Personen sind, die das Vize- oder das Stadtpräsidium innehaben – jeweils per 1. November das Amt antreten.

Eine Regel, die 1994 beschlossen wurde, etwas fragwürdigerweise aber fast vergessen ging. Jetzt könnte die Regel zum Problem werden. Dies wegen der Kündigungsfristen der Kandidierenden bei ihrer jetzigen Arbeitsstelle. «Wir werden nun mit den Abklärungen aller Optionen beginnen», sagt Stadtschreiber Hansjörg Boll. Bereits diese Woche im Gemeinderat könnte es ein Thema werden.