Solothurn

Stadtpräsidenten taufen Sinfonie-Orchester in der Franziskanerkirche

Biels Stadtpräsident Erich Fehr, Chefdirigent Kaspar Zehnder, Stadtpräsident Kurt Fluri und Intendant Dieter Kaegi beim «Taufakt».

Biels Stadtpräsident Erich Fehr, Chefdirigent Kaspar Zehnder, Stadtpräsident Kurt Fluri und Intendant Dieter Kaegi beim «Taufakt».

Das Sommerkonzert des neu getauften Sinfonie-Orchesters Biel Solothurn entfachte mit Händels «Feuerwerksmusik» Begeisterungsfunken. Allerdings nicht open air – die Veranstalter gingen kein Risiko ein und dislozierten in die Franziskanerkirche.

Trotz schwülem Sommerwetter und wolkenlosem Himmel wurde das Sinfonie-Orchester Biel Solothurn von den «Göttinen» Kurt Fluri und Erich Fehr, Stadtpräsidenten von Solothurn und Biel, nicht auf dem Zeughausplatz getauft.

«Wir wollten das Freitags-Erlebnis, als die Aufführung von ‹Was ihr wollt› wegen Regen abgebrochen werden musste, nicht wiederholen und sind auf Nummer sicher gegangen. Die Instrumente und die Musiker sind zu kostbar, um nass zu werden ...», begrüsste Dieter Kaegi, Intendant und Direktor der neuen Institution Theater Orchester Biel Solothurn, das Publikum.

«Ich freue mich auf das umgebaute Stadttheater. Und vielleicht in zehn Jahren auf eine neue Tonhalle namens KKS», witzelte Kaegi. Da wolle er sich noch nicht festlegen, nahm Kurt Fluri den Ball auf und meinte, nun sei die Flexibilität und Kreativität der Macher und Künstler zuerst für die «Auslagerungssaison» mit den verschiedenen, bereits vorhandenen Spielorten gefragt.

Dies sei ein Jungbrunnen für die Musiker und eine Chance, neues Publikum hinzuzugewinnen. Er vertraue auf das Improvisationstalent der Crew und freue sich, dass dieses tolle Orchester vermehrt in Solothurn zu hören sein werde.

Amtskollege Erich Fehr, seit 2011 Stadtpräsident von Biel, betonte die jahrelange geistige Partnerschaft von Solothurn und Biel und schmunzelte: «Dieses wunderbare Kulturangebot kommt für einmal nicht aus Le Landeron ...».

Grandioser Maurice Steger

Vorschusslorbeeren, die das Sinfonie Orchester Biel Solothurn mit Gastdirigent Maurice Steger unter dem Titel «Feuerwerksmusik» mit grosser Spielfreude erfüllte. Maurice Steger gehört weltweit zur obersten Liga der Blockflöten-Virtuosen und hat sich auf Alte Musik spezialisiert.

Welch leidenschaftlicher Orchesterleiter der Ausnahmemusiker ist, konnten die Besucherinnen und Besucher nicht nur hören, sondern auch sehen. Getreu der historischen Aufführungspraxis gruppierte er Streicher und Bläser stehend um das Cembalo, demonstrierte mit einer dynamisch facettenreichen Interpretation seine Kompetenz im Kernrepertoire Alter Musik.

Mit viel Sinn nicht nur für musikalische Effekte liess er bei der «Völker-Ouvertüre» von Telemann Orchestermusiker die nach verschiedenen Nationen benannten Sätze ansagen. Mitreissend gespielt, bot das Ensemble ein Plädoyer für das humoristische und selten aufgeführte Telemann-Stück, das mit lautstarken Bravos bedacht wurde.

Höhepunkt indessen war die mit Bläsern und Streichern besetzte «Feuerwerksmusik» von Barockmeister Händel, die mit Trompetenglanz, elektrisierenden Tempi und ausgewogenem Klangbild überraschte. Nach einer stehenden Ovation wiederholten der «Täufling» und Gastdirigent «La Réjouissance» und wurden erneut bejubelt. Das Indoor-Publikum hatte vor lauter Begeisterung gar nicht bemerkt, dass vor der Tür ein Platzregen niederprasselte.

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