Solothurn

Stadtpräsident Kurt Fluri zur Bipperlisi-Doppelspur: «Für mich ist das Konzept jetzt plausibel»

So sieht die Visualisierung des Projektes aus. Vorgesehen ist ein Mischverkehr auf der Baselstrasse.

So sieht die Visualisierung des Projektes aus. Vorgesehen ist ein Mischverkehr auf der Baselstrasse.

Verkehrssimulationen haben ihn überzeugt: Stadtpräsident Kurt Fluri legt Vorbehalte gegen die Doppelspur für das Bipperlisi auf der Baselstrasse beiseite.

Er gehörte zu den Skeptikern der geplanten Doppelspur-Bahn des Bipperlisi an der Baselstrasse. «Überrissen», nannte Kurt Fluri das Projekt noch vor einem Jahr gegenüber dieser Zeitung. Fluri, Stadtpräsident sowie auch Verwaltungsratsmitglied der Bipperlisi-Betreiberin Aare Seeland Mobil, befürchtete, dass die Bahn mit zwei Gleisen den Fahrplan nicht mehr wird einhalten können, was fatale Folgen für die Fahrplansicherheit hätte.

Jetzt, ein Jahr später, hat sich Kurt Fluri wieder zum Projekt geäussert, und zwar in einem Interview gegenüber der Bauherrschaft, Kanton und Aare ­Seland mobil, das heute Samstag in einem Newsletter veröffentlicht wird und dieser Zeitung bereits gestern Freitag vorlag. Darin äussert sich Fluri auf einmal viel wohlwollender gegenüber dem Projekt, dass Mischverkehr auf der Baselstrasse vorsieht. Sprich das Bipperlisi nicht mehr wie heute auf einem separaten Trasse fährt. «Meine Vorbehalte sind in der Hoffnung ausgeräumt, dass die Berechnungen der Verkehrs­experten stimmen», lässt sich Kurt Fluri zitieren. «Für mich ist das gewählte Konzept jetzt plausibel, nachdem wir uns vertieft von den Verkehrsplanern haben orientieren lassen.»

Die Anschlüsse müssen weiterhin gewährleistet sein

Fluri spricht im Interview auch nochmals seine Sorgen gegenüber der künftigen Pünktlichkeit an. Das Bipperlisi sei kein Tram, das alle fünf Minuten fahre, sondern ein Zug mit Halbstundentakt, so Fluri. «Wenn dieser Zug die Anschlüsse am Bahnhof Solothurn nicht zuverlässig gewährleisten kann, verlassen sich die Leute nicht mehr auf ihn und nehmen das Auto.» Er sehe täglich aus seinem Bürofenster, wie sich der Verkehr staue, so Fluri. «Deshalb ist es absolut zentral, dass der Verkehr über Lichtsignalanlagen so dosiert werden kann, dass der Zug nicht stecken bleibt. Der Verkehrsplaner Daniel Bärlocher aus Basel hat uns anhand von Modellen demonstriert, dass dies gewährleistet werden kann.» Für ihn sei es nun nachvollziehbar, so der Stadtpräsident von Solothurn. «Trotzdem habe ich ihm gesagt, wenn das nicht klappe, müsse er hundertmal mit dem Zug den Anschluss vom Baseltor nach Basel erwischen.»

Trotzdem betont Kurt Fluri, dass ein eigenes Trasse aus Bahnsicht immer besser sei. Dies ist beim Bipperlisi derzeit noch der Fall. «Tatsache ist aber, dass wir zwischen historischen Bauten die Verkehrsfläche nicht mehr vergrössern können und folglich kein Verkehrsträger mehr eine eigene Fahrspur beanspruchen kann. Wenn auch der Velo- und Fussverkehr genug Platz bekommen sollen, gibt es keine Alternative zum Mischverkehr.» Mehr Platz für Velos und Fussgänger sei aber die Bedingung des Bundesamts für Verkehr, damit es überhaupt einen Beitrag an die Sanierung spreche.

Der Umschwung freut den Kanton: «Für uns war es wichtig, dass Kurt Fluri, als Stadtpräsident und Verwaltungsratsmitglied von Aare Seeland mobil, hinter den Projekt steht», sagt Kantonsingenieur Peter Heiniger. Er ist erfreut darüber, dass die im Steuerungsausschuss gezeigten Verkehrssimulationen Kurt Fluri überzeugt haben. Dieser sagt dazu auf Anfrage: «Ich bin niemand, der einfach auf stur schaltet, wenn ihm die Gegenargumente ausgehen. Ich zähle jetzt einfach darauf, dass die Berechnungen des Kantons auch so eintreffen werden.»

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