«Kopfzerbrechen» bereitet Christoph Rölli, Präsident der Stadt- und Gewerbevereinigung Solothurn SGSo, nach wie vor die finanzielle Situation der 530 Mitglieder umfassenden Stadtmarketing-Organisation. Dies, nachdem man im Vorjahr ein veritables «Loch» in der Geschenkgutschein-Rechnung ausgemacht hatte. Die Gutscheine seien zwar ein «sehr gutes Marketinginstrument», meinten die Verantwortlichen angesichts von 2,2 Mio. Franken Umsatz 2012 für die Stadtgeschäfte. Doch die Erkenntnis, dass weit weniger Gutscheine nicht eingelöst werden als die in den letzten Jahrzehnten stets angenommenen drei Prozent – befürchtet wird sogar weniger als 1 Prozent – hat zu enormen ausserordentlichen Rückstellungen geführt. Und für eine einigermassen valable Bilanz musste gar die auf Null abgeschriebene Weihnachtsbeleuchtung aktiviert werden. «Wir sind noch nicht so weit, die geeigneten Massnahmen vorzustellen. Wir brauchen Zeit bis im Herbst», meinte Rölli in der Reithalle. Und ein genaues Bild habe man ohnehin erst Ende 2014, wenn die letzten Gutscheine mit Ausstellungsdatum 2010 und älter erfasst seien – seit 2011 gilt strikt die aufgedruckte Einlösefrist von drei Jahren.

Liquidität ist gesichert

Entwarnung konnte Finanzchef Markus Boss insofern geben, als «die Liquidität weiterhin sehr gut ist. Anfang Jahr verfügten wir über 1,25 Mio. Franken auf unserem Konto». Die ordentliche Rechnung schliesse mit 61 000 Franken Gewinn «besser als erwartet» ab. Die Geschenkgutscheinrechnung dagegen wartete aus den erwähnten Gründen mit einem Verlust von 199 000 Franken auf, was insgesamt einen Reinverlust von 138 000 Franken ergab. Boss ergänzte, dass die letztes Jahr getätigten Rückstellungen von 140 000 Franken «bei weitem nicht ausgereicht haben». Immerhin stellte er im neuen Budget eine «Rote Null» mit nur noch 1000 Franken Gesamtverlust in Aussicht.

Anerkennung für die Vorstadt

Ein erfreulicheres Traktandum war die Übergabe des SGSo-Anerkennungspreises, dank der Baloise Bank SoBa mit 5000 Franken dotiert. Diesmal ging er an die IG Pro Vorstadt und dessen Präsidenten Martin Tschumi als Geste für die vielen positiven IG-Aktivitäten ennet der Aare. Neu gewählt in den Vorstand wurde Manor-Direktor Jürg Bächli, Ressortleiter der Detailhandelsgruppe. Er deutete an, dass 2014 auf die Fussball-WM hin Solothurn zum grössten «Freiluft-Einkaufscenter» werde. Zudem plädierte er für einheitliche Öffnungszeiten der Stadtgeschäfte. Im Tätigkeitsprogramm konnte Geschäftsführer Willy Reinmann zwei Abendveranstaltungen zu den Jahresschwerpunkten «Sicherheit» und «Sauberkeit» ankünden. Fest steht auch, dass das Märet-Fescht-OK unter Marco Lupi letztmals am 21./22. Juni fungiert und ein neues Team gesucht wird. In einem HESO-Werbespot wies der designierte Nachfolger von OK-Präsident Roger Saudan, Urs Unterlerchner, auf die diesjährige Sonderschau hin, die der Olma-Präsenz des Kantons in St. Gallen gewidmet sei.