Stadtbummel
Unausgegorene Visionen: Ein Themenspielplatz auf der Chantierwiese, eine Grümpelturnier im Schanzengraben

Fabio Vonarburg
Fabio Vonarburg
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Bild des Tages: Wegen des Coronavirus verlassener Kinderspielplatz auf der Chantierwiese.

Bild des Tages: Wegen des Coronavirus verlassener Kinderspielplatz auf der Chantierwiese.

Hanspeter Bärtschi

Wer durch die Stadt bummelt, sieht nicht nur was ist, sondern auch was sein könnte. Man fabuliert, hat Ideen, von denen man zwar weiss, dass man sie nie umsetzen wird. Nennen wir sie unausgegorene Visionen. Hier meine:

  1. Der Schanzengraben liegt meist unberührt da. Die grosse Ausnahme sind die Bike Days, die aber in diesem Jahr um Solothurn einen Bogen machen. Und natürlich jeweils die HESO. «Das hat noch Potenzial», dachte ich kürzlich, als ich daran vorbei promenierte. Warum kein Grümpelturnier im Schanzengraben? Zumindest drei Fussballfelder würde es geben. Pro Team vier Spielerinnen oder Spieler. Der Blick der Zuschauer auf das Geschehen wäre von oben 1A und der Ball könnte nie weit ins Seitenaus.
  2. Ich weiss, ich habe bereits schon früher über den Spielplatz auf der Chantierwiese gejammert. Der Hauptspielplatz von Solothurn fällt im Vergleich mit anderen Städten und Dörfern weit ab. Wie ihn verbessern? In meinen kühnsten Träumen stelle ich mir einen Themenspielplatz über die Stadt Solothurn vor. Mit einem Miniatur-Bipperlisi, indem die Kinder mal selber den Zugführer mimen können, anstatt dem echten nur zuzuwinken. Und anstelle eines Spielturms stünde auf der Chantierwiese eine Spielkathedrale. Gefahrenfrei könnten die Kinder die «St.-Ursen-Kathedrale» erklettern, vom St.-Ursen-Turm mit einer Rutschbahn hinuntersausen. Auch die Aare darf auf dem Tummelplatz nicht fehlen. Dazu braucht es aber Muskelkraft an der Wasserpumpe. Viel zu teuer? Wer weiss, vielleicht fänden sich sogar Sponsoren für die einzelnen Spielgeräte. Nebst dem grösseren Spielvergnügen auf der Chantierwiese hätte dieser Themenspielplatz noch einen Nutzen: Die Stadt bekäme eine weitere Touristenattraktion.
  3. Apropos Touristen, solche trifft man in der Stadt gefühlt immer häufiger an. Wäre dies der richtige Zeitpunkt, um einen Touristenzug zu lancieren? In Lugano kann man die Stadt mit dem «roten Pfeil» erkunden, in Solothurn könnte es der «Öufi Express» sein. Jedes Wochenende würde er seine Runden drehen. Ein Halt wäre vor dem Eingang zur Verenaschlucht, einer bei der Schiffanlegestelle. Gut, vielleicht sollte er nicht gerade zu Märet-Zeiten durch die Altstadt fahren und damit die Passanten zur Weissglut treiben (ich höre schon ihre Fluche).

Das haben alle Ideen an sich. Zu Ende gedacht sind sie nicht. Müssen sie auch nicht. Ich werde sie nicht umsetzen. Wer sich bedienen möchte, nur zu. Vielleicht sind meine Ideen auch längst nicht neu, sondern schon mehrfach verworfen. Und ich komme daher wie die alte Fasnacht.

Doch nun sind Sie an der Reihe: Was sind Ihre unausgegorenen Visionen über die Stadt? Fabulieren Sie beim Promenieren.

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