Stadtbummel
Geht uns bald ein Lichtlein auf?

Wolfgang Wagmann
Wolfgang Wagmann
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Ein herzerwärmender Anblick auf dem «Söilimäret»: Lachende, bemalte Kindergesichter unter Hexenhüten, schräge Masken der «Wilden». Fasnachtserinnerungen tauchen auf. Vielleicht gibt’s ja noch einen Räbeliechtli-Umzug. 3- oder 2-G. Egal, lassen wir das. Nebenan sind die Lichter ausgegangen.

Im «Misteli-Gasche-Gut-Gelaunt-Egge 14» ist schon seit Monaten fertig lustig. Und gleich um die Ecke wird’s im baldigen adventlichen Lichterglanz ein dunkles Loch geben: Die «Wirthen» ist zu und steht zum Verkauf wie das Zetterhaus am Friedhofplatz mitsamt anderen Häusern. En bloc will der Münchner Babynahrung-König Hipp alles verkaufen, was die Sache nicht einfacher macht. Wir sind mal gespannt!

Dafür geht oben vor dem Baseltor bald ein Lichtlein auf: Am 19. November will der «Sternen» wieder öffnen. Hoffentlich bringen die die Pizza hin! Einige Bipperlisi-Meter stadteinwärts zieht dagegen bald Finsternis auf: Zwar soll Kurt Fluri noch am «Bigeli»-Sortieren sein, also könnte abends noch Licht sein im «Ammenamt». Inzwischen fristet Nachfolgerin Stefanie Ingold im Sitzungszimmerli neben dem Rechtsdienst kaum ein Dasein als neue Stadtpräsidentin – sondern eher als Kammerzofe. Aber wer will es ihrem Vorgänger verargen, der schon fast wie weiland Deutschlands eiserner Kanzler Bismarck Mühe hat, als Steuermann die Brücke zu verlassen!

Dafür traut man sich künftig, den «eisernen Kurt» am Märet anzusprechen. Da gab's bis jetzt Hemmungen. Ihm das bisschen Privatsphäre auch noch wegschnorren? Ein No-Go. Jetzt ist er ja zum ganz normalen Füdlibürger geworden. Und damit ansprechbar. Obwohl – ganz lassen konnte man ein Märet-Schwätzchen mit ihm nie ganz. Und erinnerlich bleibt mir ein denkwürdiger stadtpräsidialer Händedruck: jener vom 7. März 2020 auf dem Märetplatz – für mich mehr als ein Jahr lang mein letzter überhaupt. Beide haben es überlebt – beim «eisernen Kurt» herrschte daran ohnehin nie ein Zweifel.

Die Lichtlein oben im Stadtpräsidium werden uns nachts auf dem Heimwärts-Waggu ebenso fehlen wie die drei Hellsten auf dem Berg bei stockdickem Näbu. Obwohl: Genau genommen war die Fluri’sche Nachtarbeit ja ein Nachsitzen für verpasste Stapi-Stunden in Bern. Übrigens ein Unwort für unser Stadtoberhaupt. Denn wie müsste es jetzt heissen? Der «Stapi», die «Stape» vielleicht? ***nomou!! Aber die Lichtlein waren schon geil. Unser Stadtboss chrampft noch wie blöd! Für uns! Da kommt Freude auf. Deshalb ein kleiner Tipp trotz allem Energiespar-Alarmismus: Steffi, lass nachts mal das Licht brennen!

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