Am 18. Januar hatte ein Ehepaar aus der Anwohnerschaft des Kapuzinerklosters Anzeige wegen angeblich bewilligungswidriger Nutzung des Klosterareals erstattet. Nun hat die städtische Baukommission die Anzeige geprüft. Sie kam zum Schluss, dass die Nutzung im bewilligten Rahmen erfolgt und deshalb die Anzeige gegenstandslos sei. Das Ehepaar hatte beanstandet, dass die Nutzung des Klosterareals in der Vergangenheit durch Anlässe wie die «Authentica» oder «Advent im Kloster» unzulässig gewesen sei.

Dies einerseits, da Flächen benutzt wurden, die in der Nutzungsbewilligung nicht enthalten waren, andererseits, dass die erwähnten Anlässe «gewerbsmässig und/oder gewinnorientiert» gewesen seien – was sie laut Nutzungsbewilligung nicht sein dürften.

Das kantonale Hochbauamt – der Kanton ist Kloster-Eigentümer – hielt dagegen, die Abgrenzung zwischen rein privater und gewerblicher Nutzung sei schwierig; grundsätzlich seien ihm aber «keine Verstösse gegen die Baubewilligung bekannt». Ob die beanstandeten Nutzungen tatsächlich «gewinnorientiert» oder «gewerblich» sind, ist für die Baukommission eine «Auslegungsfrage».

Bisher sei man aber davon ausgegangen, dass die Anlässe der Baubewilligung nicht widersprächen. Zur beanstandeten Überschreitung der benutzten Flächen hält die Baubehörde fest, eine solche sei ihr nicht bekannt und von der Anwohnerschaft zuvor auch nicht beanstandet worden. Falls dem so sei, müsse künftig das kantonale Hochbauamt die Nutzung der Aussenflächen gemäss Bewilligung reduzieren. Weiter rügt das Ehepaar, dass entgegen der Bewilligung Klosterareal untervermietet worden sei. Eine Untervermietung sei aber nicht bekannt, und auch wer Hauswart sei – gemeint ist Urs Bucher – «ist baupolizeilich nicht von Interesse».

Trotz diesem Entscheid der Baukommission gilt weiterhin die Nutzungsbewilligung von 2007. Ein neues, liberaleres Gesuch des Kantons bleibt vorläufig durch mehrere Anwohnereinsprachen blockiert. (ww)