Altersehrung
Stadt Solothurn verwöhnt die Senioren kulinarisch und kulturell

530 Einwohnerinnen und Einwohner kamen bei der Altersehrung der Stadt Solothurn im Landhaus kulinarisch auf ihre Kosten. Dazu gab es Balladen über Solothurner Helden und ein Auftritt des Kammerorchesters der Kantonsschule Solothurn.

Katharina Arni-Howald
Drucken
Teilen
Altersehrung der Stadt Solothurn im Landhaus
13 Bilder
Altersehrung der Stadt Solothurn im Landhaus
Altersehrung der Stadt Solothurn im Landhaus
Altersehrung der Stadt Solothurn im Landhaus
Altersehrung der Stadt Solothurn im Landhaus
Altersehrung der Stadt Solothurn im Landhaus
Altersehrung der Stadt Solothurn im Landhaus
Altersehrung der Stadt Solothurn im Landhaus
Altersehrung der Stadt Solothurn im Landhaus
Altersehrung der Stadt Solothurn im Landhaus
Altersehrung der Stadt Solothurn im Landhaus
Altersehrung der Stadt Solothurn im Landhaus
Altersehrung der Stadt Solothurn im Landhaus

Altersehrung der Stadt Solothurn im Landhaus

Hanspeter Bärtschi

«Prost! Schön, dich wieder zu sehen.» Im Landhaussaal herrscht Feststimmung. Die Gläser schnellen in die Höhe. Der Pinot Noir der Bürgergemeinde besticht durch seine schöne rote Farbe. Und er mundet. Die ehrenamtlichen Helferinnen schenken nach. Von zittrigen Seniorinnen und Senioren keine Spur. Im Gegenteil: Man geniesst den Ruhestand und lässt sich gerne auch einmal von der Stadt verwöhnen.

Und trotzdem: Wer zum ersten Mal die Einladung zur Altersehrung in den Händen hält, schluckt vorerst einmal leer. Käthi Zürcher, in der Forst zu Hause, bringt es auf den Punkt: «Ich ging zu meinem Bruder und sagte: So, jetzt bin ich alt.» Auch Greti Schenker wehrt ab, als sie gefragt wird, ob sie sich gefreut habe: «Ich bin nicht freiwillig hier. Mein Mann hat mich gebeten mitzukommen.»

Sie pflegen die Gemeinschaft

Ganz anders der 75-jährige Ruedi Anhorn, der bereits Erfahrung hat: «Wer dem Anlass fernbleibt, macht einen Fehler. Man trifft so viele Menschen, die man schon lange nicht mehr gesehen hat.» Und: «Die Altersehrung ist kein Zeichen, dass man alt ist.» Jeder Eingeladene sollte sich freuen, dass er noch lebt. Alter heisse nicht, alle Viere von sich zu strecken, sondern aktiv am Leben teilzunehmen und die Gemeinschaft zu pflegen.

Beim adretten und jugendlichen Auftreten des viel beschäftigten Seniors zweifelt niemand daran, dass er Recht hat. Auch Hanni Schnyder, als 94-jährige Empfängerin eines Blumenstrausses und einer Flasche Wein, teilt diese Meinung und ergänzt: «Wenn die Stadt etwas anbietet, sollte man hingehen und nicht reklamieren.»

1950 Einladungen von der Stadt

Lars Hummel ist Lernender bei der Einwohnergemeinde und bereits zum dritten Mal im Service tätig. Seine Augen leuchten: «Ich freue mich jedes Mal auf diesen Anlass. Es ist super zu sehen, wie die Leute glücklich sind, wenn sie einander sehen.» 1950 Einladungen hat das Stadtpräsidium auch dieses Mal verschickt. 530 Einwohnerinnen und Einwohner sind der Einladung auf zwei Nachmittage verteilt gefolgt. Darunter auch 11 des fälschlicherweise eingeladenen Jahrgangs 1940. Zu kurz kam niemand - weder kulinarisch noch kulturell.

Begrüsst und durch das Programm geführt wurden sie erstmals von der neuen Leiterin der Sozialen Dienste, Domenica Senti. Auf ihren Vorgänger Urs Bentz mussten die Eingeladenen trotzdem nicht verzichten. Seine beliebten Balladen ernteten auch in diesem Jahr viel Applaus. Mit Balladen über Solothurner Helden begeisterte auch Roland Heim, der diesen Anlass als «so wichtig» erachtete, dass er für kurze Zeit den Kantonsrat schwänzte.

Ein Highlight war auch der Auftritt des Kammerorchesters der Kantonsschule Solothurn, das die Seniorinnen und Senioren mit Mozart erfreute. Stadtpräsident Kurt Fluri gratulierte den über 90-Jährigen im Namen der Einwohnerschaft und stellte gleichzeitig eine Senkung des Steuerfusses auf 115 Prozent in Aussicht. Er verwies auf das gut ausgebaute Angebot für ältere Mitbewohner und machte auf den sich im Bau befindlichen Generationenspielplatz bei der Stadtkirche aufmerksam.