Vordergründig besteht die Fasnacht in Honolulus Gassen aus buntem Masken- und Kostümtreiben, schränzenden Guggen und dem Schabernack verkleideter Bööggen. Vor allem an einem vom Wetter begünstigten Samstagabend werden gegen 10'000 Fasnächtler aus dem halben Kanton erwartet. Da kommt einiges ans Limit: Die Verpflegungs- und Getränkeversorgung muss gewährleistet sein – und das Danach auch, das Entleeren der Blase oder mehr.

Nach einigem Hin und Her hat sich zuletzt die Stadt doch entschlossen, an neuralgischen Punkten etliche WC-Anlagen zu platzieren – und zwar auf ihre Kosten. «Wir müssen mit mindestens 7000 bis 8000 Franken Aufwand rechnen», schätzt Stadtschreiber Hansjörg Boll. «Wir schauen jetzt mal, wie das funktioniert und wie das Echo ausfällt.»

Vier Standorte

Der Versuch der Stadt wird mit der Firma Mobi Toil durchgeführt. In der Seilergasse bei St. Ursen werden drei Urinal-Ständer – ein offenes Pissoir für vier Personen – platziert, dazu sechs Kabinen. Auf dem Märetplatz beim ehemaligen Restaurant Rust werden es ebenfalls drei Urinal-Ständer und vier Kabinen sein, am Landhausquai westliche des Landhauses zwei Urinal-Ständer und drei Kabinen. In der Schmiedengasse finden sich zudem bei der Einfahrt zum Innenhof weitere zwei Kabinen und ein geschlossener Pissoirraum. «Die einzelnen Standorte werden mit Gittern und Abdeckungen als Sichtschutz versehen und wo nötig beleuchtet und mit angeschrieben», ergänzt der Stadtschreiber.

Das Restaurant Rust, sonst quasi die öffentliche Toilette am Märetplatz während der Fasnacht, wird bekanntlich umgebaut, sodass das dort keine WC-Anlage mehr zur Verfügung steht. Kompensiert wird dies durch die «Krone», wo die Toiletten im Keller vom Betreiberverein P.rost wieder zum Funktionieren gebracht werden konnten.

Gerangel am Märetplatz

Der «Rust»-Vorplatz dürfte wohl der begehrteste sein, wenn es darum geht, an der Fasnacht draussen ein Geschäft zu machen. Der nun verwaiste Platz galt stets als Stelldichein nach dem Umzug oder abends, wenn die Guggen auf dem Märetplatzbrunnen schränzen. «Wir hätten das Areal fünf oder sechs Mal vergeben können», so Hansruedi Bart, Dienstchef-Stv. Sicherheit und Verkehr bei der Stadtpolizei. Deshalb habe man beschlossen, aus Gründen der Fairness den Standort gar nicht zu vergeben, da es aktuell noch keinen Patentinhaber als Mieter des Areals vor dem Haus Rust mehr gibt.

Generell können Wirte, die ganzjährig von der Stadt öffentlichen Grund und Boden mieten, auch an der Fasnacht auf ihrem Vorgelände einen Aussenstand betreiben. «Ein gedeckter Unterstand ist zulässig, nicht aber ein geschlossenes Partyzelt», erinnert Bart an Zeiten, als auf dem Friedhofplatz der «Alte Stephan» eine solche Anlaufstelle betrieben hatte, bis sie dann «weg verfügt» worden war. Sonst würden keine Aussenstände bewilligt, «doch es gibt einige kleine Ecken Privatboden in der Altstadt, beispielsweise unter dem Vordach des Kinderparadieses Bohnenblust. Diese Gebäudeeigentümer können natürlich ihren eigenen Grund und Boden weitervermieten.»

Auch Ober-Ober Markus «Kusi» Wälti, der mit seiner Powerhouse AG am 12i-Chlapf die St.-Ursen-Fassade illuminiert, war verschiedentlich für Aussenstand-Bewilligungen angefragt worden. «Das ist nicht meine Sache, die habe ich alle an die Amtsstellen verwiesen.» Skurril: Das am Freitagabend angekündigte Angebot «Food und Getränke am Märetplatz» findet so nicht statt – ein stadtbekannter Caterer und ehemaliger Fasnachtsbeizer hatte offenbar unter der getürkten Berufung auf die Guggen-Vereinigung Guso am umkämpften Märetplatz mit einem Aussenstand auffahren wollen. Was für die Polizei aber kein Thema ist.