Neue Website
Stadt Solothurn ist digital auf Vordermann

Solothurn hat einen neuen Internetauftritt. Die grosse Neuerung auf stadt-solothurn.ch ist conTAKT.net, eine integrierte Plattform, die sich an Neuzuzüger richtet.

Andreas Kaufmann
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Die neue Website der Stadt Solothurn

Die neue Website der Stadt Solothurn

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Ihr Staub ist abgeworfen, ihre Farben sind aufgefrischt: Nach zehn «Dienstjahren» hat die digitale Visitenkarte der Stadt wieder einen neuen Anstrich. So glänzt www.stadt-solothurn.ch in «locker-leichter» Aufmachung sowie mit vielen Fotos, wie Stadtschreiber Hansjörg Boll beschreibt.

Optisch ist sie zwei Websites nachempfunden, die auch in städtischer Hand sind: solothurn.ch, ein «Wegweiser» mit regionalen Links, sowie stadtschulen-solothurn.ch. «Gleichwohl wollten wir sie nicht kopieren», so Boll.

Im Vergleich zur alten Homepage gibt es einige sichtbare Änderungen. Die einzelnen Rubriken – von «Politik und Verwaltung» bis «Wirtschaft und Tourismus» – werden in Bildkacheln gegliedert. Zudem ermöglicht ein Dropdown-Menü den gezielten Zugriff auf einzelne Unterrubriken. «Man muss immer berücksichtigen, was der Besucher der Homepage will», so möchte der eine nach einem konkreten Suchbegriff stöbern, während sich ein anderer durch Mausklicks umsehen möchte.

So gibt es meistens mehrere Wege zum Ziel. Erstellt wurde die Website durch die Firma Innovative Web AG aus Zürich, die sich auf Internetauftritte von Gemeinden spezialisiert hat. Zudem wurde eine App für Android und iPhone entwickelt.

Integration 2.0

Die grosse Neuerung auf stadt-solothurn.ch ist conTAKT.net, eine integrierte Plattform, die sich an Neuzuzüger richtet und auch über die Direktadresse willkommen.stadt-solothurn.ch zugänglich ist. Übrigens wurde die Gesamtauffrischung der Homepage durch diese Plattform angeregt. Hier erfährt der Neusolothurner oder der Solothurner in spe thematisch gegliederte Antworten und Adressen zu den wichtigsten Fragen und Kontakten. Wer betreut mein Kind, wenn ich zur Arbeit gehe? Was mache ich, wenn die Rente nicht reicht?

Aber auch Fragen, deren Antwort für Menschen aus anderen Kulturkreisen keineswegs selbstverständlich oder trivial ist: Wann muss ich zum Arzt gehen? Wie kann ich mich gegen Rassismus wehren? Gerade der integrative Aspekt lag der Projektleiterin Domenika Senti (Leiterin Soziale Dienste) und Catalina Walther (Fachbereich Integration Altes Spital) am Herzen.

Im vom Migros-Kulturprozent lancierten Angebot conTAKT.net, fand man einen Partner für die Planung und die Umsetzung. Eine Arbeitsgruppe, bestehend auch aus Migranten, setzte sich kritisch mit dem Fragekatalog auseinander. «Laut Ausländergesetz stehen auch die Gemeinden in der Pflicht, ausländische Mitbürger über Integration zu informieren», erklärt Luzia Kurmann, Projektleiterin Integration/Migration bei Migros-Kulturprozent. Zudem habe sich die Internet-Nutzung durch Migranten in den letzten Jahren schlagartig verändert. «Noch vor sechs Jahren wurde das neue Medium von dieser Gruppe kaum genutzt.»

Dass die auch in anderen Gemeinden genutzte Plattform conTAKT.net in Solothurn nur in deutscher Sprache abrufbar ist, ist laut Domenika Senti einerseits gewollt und andererseits unproblematisch: «Wir möchten Neuzuzüger mit Migrationshintergrund im Sinne der Integration anregen, sich mit der deutschen Sprache auseinanderzusetzen.» Zudem sei mit einfachen Sätzen und sinniger Bebilderung dafür gesorgt, dass der Weg zur richtigen Antwort ohnehin kurz bleiben wird.

Für Boll ist der neue Internetauftritt der Stadt mit weiteren zukunftsweisenden Perspektiven verbunden: «Langfristig sollte sich diese Website rentabilisieren.» Dienstleistungen, die nicht zwingend persönlich und am Schalter erbracht werden müssen, könnten hier abgewickelt und mit Kreditkarte auch verrechnet werden. Bereits in greifbarer Nähe liegt E-Voting: Solothurn gehört zu den Pilotgemeinden, in denen man 2015 die National- und Ständeräte digital wählen kann.