Sportanlagen
Stadt Solothurn investiert in Anlagen - doch nicht alle Fussballer profitieren

Ab nächstem Jahr wird viel Geld in die Sport-Infrastruktur der Stadt Solothurn investiert. Doch nicht alle profitieren. Der Gemeinderat liess sich vor Ort informieren.

Wolfgang Wagmann
Drucken
Teilen
Die Erneuerung der Tribünen im Stadion und die Sanierung der Stehrampen müssen warten.

Die Erneuerung der Tribünen im Stadion und die Sanierung der Stehrampen müssen warten.

Keystone

6,14 Mio. Franken fliessen bis ins Jahr 2020 in die Infrastruktur der Fussballanlagen im Stadion und Mittleren Brühl. Vor Vereinsfunktionären, Gemeinderatsmitgliedern und Stadtpräsident Kurt Fluri skizzierte Lukas Reichmuth, Chef Hochbau, das bisherige und künftige Vorgehen.

Die Bedarfserhebung habe bei den Spielfeldern keine Ersatzpriorität ergeben, mit Ausnahme des Ricoten-Felds im Mittleren Brühl, wo dringend der Wunsch nach einem Kunstrasen-Ersatz bestehe. Dieser ist in der Planung, allerdings erst als Tranche von 1,85 Mio. Franken 2019 vorgesehen.

Der veraltete Ricoter-Allwetterplatz

Der veraltete Ricoter-Allwetterplatz

Wolfgang Wagmann

Ebenfalls warten muss das Stadion mit der Erneuerung der Tribünen und der Sanierung der Stehrampen, für die zwischen 2017 und 2020 insgesamt 2,14 Mio. Fr. aufgewendet werden.

Schwinger bauen aus

Anders als bei den Plätzen herrscht akuter Ersatzbedarf bei den Garderoben und Duschen – diese stammen im Mittleren Brühl noch aus den Siebzigerjahren. Bevor im Stadion 2017 neue Garderobenräume für 750 000 Franken realisiert werden, hat das Mittlere Brühl Priorität.

Denn nicht nur die im Baurecht dort stehenden Klubhäuser des FC Post und des SC Blustavia erfüllen das Raumprogramm bei Kabinen und Duschen, das das Bundesamt für Sport vorgibt, nicht ganz. Noch grösser ist die Diskrepanz bei den drei stadteigenen Baracken.

Das Clubhaus des FC Blustavia

Das Clubhaus des FC Blustavia

Wolfgang Wagmann

Deshalb sollen diese nächstes Jahr durch einen zweistöckigen Garderobentrakt ersetzt werden. «Im Norden wird für den Schwingklub Solothurn ein Schwingraum im Rohbau für 570 000 Franken erstellt», bestätigte Reichmuth diesen Budgetposten. Der Club übernehme dann den Endausbau. «Dieser Trakt ist nur eingeschossig, könnte aber später noch aufgestockt werden», zeigte der Chef Hochbau Reservekapazitäten auf, sollten die jetzt erforderlichen 14 Garderoben dereinst nicht mehr ausreichen.

Der neue Garderobentrakt für die Fussballvereine wird Gesamtkosten von 1,85 Mio. Franken verursachen. Zur Bauzeit meinte Andrea Lenggenhager, Leiterin Stadtbauamt: «Der Abriss der drei bisherigen Baracken und Neubau des Garderobentrakts erfolgt zwischen dem September 2016 und Mai 2017.» In dieser «schrecklichen garderobelosen Zeit» müssten die Vereine ins benachbarte Schulhaus Brühl ausweichen, Heimspiele auswärts ausgetragen werden – oder die Spieler «müssen halt ganz einfach zu Hause duschen», zeigte Lukas Reichmuth diverse Überbrückungsmöglichkeiten auf.

Der ebenfalls anwesende Sportkommissions-Präsident Alexander Rudolf von Rohr stellte eine entsprechende Vereinsinformation noch dieses Jahr in Aussicht.

Verlust der Heimat

Beim Ortstermin im Mittleren Brühl brachte auch ein sichtlich Verzweifelter sein Anliegen vor: Fabrizio Parisotto, Präsident von CIS Solettese. Denn das Klubhaus der Italiener, seit 40 Jahren in einer der drei Stadtbaracken untergebracht, geht mit dem Neubau bisher ersatzlos verloren.

Clubhaus von CIS Solettese

Clubhaus von CIS Solettese

Wolfgang Wagmann

«Wir haben ja nichts gegen die Schwinger. Aber unser Klubhaus war ein wichtiger Treffpunkt nicht nur für uns, sondern auch für die Vereine Braststvo, HMK Croatia, Ilyria und den Türkischen FC. Wir haben erst im August von den Plänen erfahren und stehen vor dem Nichts», wies Parisotto vor der Polit-Gruppe auf die wichtige Rolle der Vereine bei der Integration hin. Stadtpräsident Kurt Fluri nahm den Ball kurz auf: «Wir schauen, dass wir dann eine Lösung finden.»

Aktuelle Nachrichten