Solothurn

Stadt auf dem Weg zu Betreuungsgutscheinen: Eltern sollen Kita freier wählen können

Künftig sollen in der Stadt Solothurn nicht mehr einzelne Kindertagesstätten unterstützt werden, sondern die Eltern mit Betreuungsgutscheinen.

Künftig sollen in der Stadt Solothurn nicht mehr einzelne Kindertagesstätten unterstützt werden, sondern die Eltern mit Betreuungsgutscheinen.

Der Gemeinderat folgt einem Antrag von Claudio Hug. Damit sollen Eltern künftig mit Betreuungsgutscheinen unterstützt werden.

Um Familie und Arbeit unter einen Hut bringen zu können, sind viele Eltern auf die Betreuung ihrer Kinder in Kindertagesstätten oder Tagesfamilien angewiesen. Nur muss man sich dies auch noch leisten können. Die Stadt unterstützt Familien diesbezüglich bis anhin mit der sogenannten Objektfinanzierung. Sprich drei Kindertagesstätten in Solothurn werden von der Stadt subventioniert, die dazu einen Leistungsvertrag mit der Gemeinde eingehen. Dafür kommen Familien zu günstigeren Kita-Plätzen. Bereits seit längerem wird nun auf politischer Ebene diskutiert, ob das System gewechselt werden soll. Weg von der Objektfinanzierung, hin zu der Subjektfinanzierung. Bei diesem System würden nicht einzelne Kindertagesstätten finanziell unterstützt, stattdessen würden Familie, die aufgrund ihrem Einkommen dazu berechtigt sind, Betreuungsgutscheine erhalten. Diese könnten sie in der Kindertagesstätte ihrer Wahl einlösen.

Die Stadtverwaltung hat in den vergangenen Monaten die beiden Systeme gegeneinander abgewogen und die Vor- und Nachteile der Systeme aufgezeigt. Auf diese Arbeit abstützend, empfahl die Gemeinderatskommission dem Gemeinderat, vorläufig am bisherigen System der Objektfinanzierung festzuhalten und stellte an den Gemeinderat folgenden Antrag: «Die Stadt Solothurn bleibt gegenüber der Einführung der Subjektfinanzierung für familienergänzende Kinderbetreuung im Vorschulbereich offen, sobald regionale Lösungen möglich sind.»

Vielen Gemeinderäten war diese Haltung zu passiv. In erster GLP-Gemeinderat Claudio Hug. Er forderte mit einem Antrag, dass die Verwaltung beauftragt wird, den Weg in Richtung Subjektfinanzierung jetzt voranzutreiben. Dieses System sei familienfreundlicher, führte Claudio Hug aus, da die Familien selber wählen könnten, in welche Kindertagesstätte sie ihre Kinder schicken. Dies könne auch eine Kita ausserhalb der Stadt sein, etwa in Bellach. Was gemäss dem GLP-Gemeinderat etwa das jetzige Problem lindern würde, dass es in der Weststadt keine Kita gibt. Zudem sei dies auch gerechter für die Kindertagesstätten, da dadurch nicht nur drei eine Sonderbehandlung bekommen, sondern alle gleich behandelt würden.

Solothurn soll sich für regionale Lösung einsetzen

Die FDP- und die Grünen-Fraktion folgten der Argumentation von Hug und sprachen sich für die Subjektfinanzierung aus. «Wir sind gegen eine Bevormundung der Eltern», sagte Charlie Schmid (FDP) im Namen der Mehrheit seiner Fraktion. Am Schluss waren 18 Gemeinderäte für das Modell Hug, 8 stimmten für das Vorgehen der Gemeinderatskommission, zwei enthielten sich. Damit macht sich die Stadtverwaltung an die Ausarbeitung. Diesbezüglich wurde sie beauftragt, direkt andere Gemeinden anzusprechen und damit eine regionale Lösung proaktiv anzugehen.

Verwandte Themen:

Autor

Fabio Vonarburg

Fabio Vonarburg

Meistgesehen

Artboard 1