Der neue Gast im Künstleratelier ist ein Meister von raumgreifenden Installationen aus lichtdurchlässigem Material und mit digitalen Dimensionen, wobei sich Novak auf kräftige Farben und geometrische Formen konzentriert und das Verständnis für die Wechselbeziehungen zwischen Klang, Farbe, Form, Zeit und Raum in den Vordergrund rückt. «Musik ist in allem», sagt der ausgebildete Pianist, der diese Elemente meisterhaft miteinander verknüpft.

Er liebt starke Farben

Auf der an der Vernissage gezeigten Videos waren denn auch unter anderem mit Dreiecken in allen Farben und Grössen eingepackte Fenster zu sehen. Ein dynamischer Weg, durch koloriertes Glas das Licht einzufangen und an den Wänden wiederzugeben. Novak liebt, wie bald klar wurde, starke Farben, vor allem Pink und Blau. Faszinierend auch, wie seine musikalisch untermalten geometrischen Kompositionen im öffentlichen Raum über den Boden schweben und das Publikum zum Staunen bringen.

Der vielseitige Künstler, der auch die Malerei auf der Leinwand beherrscht und beispielsweise eine Skulptur im Central Park in New York stehen hat, ist mit seinen Installationen im öffentlichen Raum und an Ausstellungen national und international angekommen. Damit steht er an vorderster Front im Bereich der virtuellen Kunstmöglichkeiten, die ihn auch weiter beschäftigen werden.

Warum ständig Neuseeländer?

Novak wurde 1979 in New Plymouth geboren und lebt und arbeitet in Auckland (Neuseeland). 2001 schloss er sein Studium mit einem Bachelor in Angewandte Informationssysteme ab. 2009 folgte ein Master of Education und 2014 ein Master of Fine Arts. 2017 wurde er schliesslich für sein Schaffen mit dem renommierten Kaipara Wallace Arts Trust Award ausgezeichnet. Das Preisgeld bestand aus einem dreimonatigen Aufenthalt in Solothurn. Das ist wohl eine Erklärung, weshalb immer wieder neuseeländische Künstler den Weg nach Solothurn finden.

Nun ist Shannon Novak hier angekommen und freut sich auf alles, was ihn hier erwartet. Seine bisherigen Streifzüge durch die Stadt sind vielversprechend. «Ich habe mich sofort in Solothurn wohlgefühlt, wohl auch deshalb, weil die Schweiz viele Ähnlichkeiten mit meiner Heimat hat», äussert er sich positiv zu seinem Aufenthalt. Besonders angetan war er auf Anhieb von der St. Ursen Kathedrale, wo er sich gedanklich bereits mit einer Installation befasst. «Aber eine solche könnte durchaus auch unter einer Brücke sein», schmunzelt er vielsagend.