Das Datum passt zum Ort: An Maria Himmelfahrt, also am 15. August, erstrahlt die St. Marienkirche in neuem Glanz. Ein Eröffnungsgottesdienst mit Neueinsegnung und ein Pfarreifest werden den Schlusspunkt einer baulichen Auffrischung setzen, die im Januar begann. In den vergangenen acht Monaten wurde der Sakralbau von 1954 in- und auswendig gereinigt und saniert.

Am auffälligsten fürs Laienauge: Die markante rippenartige Trägerstruktur im Kirchenraum ist wieder weiss – statt grau. «Die Architektur lebt vor allem von der Sichtbarkeit des Tragwerks», verdeutlicht Pius Flury vom beauftragten Büro Flury und Rudolf Architekten. Tatsächlich sieht man das Gerippe auch an der Aussenfassade. Die Struktur wurde entsprechend abgewaschen, repariert und nachgestrichen, da die teils fleckige Oberfläche auf andere Weise gar nicht mehr vollständig sauber zu kriegen war.

Gereinigt und aufgefrischt wurde auch der Boden: Nach dem Ausräumen der Kirchenbänke wurde die teils abgeplatzte Schutzversiegelung der Tonplatten entfernt, so dass nun eine matte Optik zum Tragen kommt. Weiter wurde die Beleuchtung modernisiert: «Nun lassen sich die Lieder im Kirchengesangsbuch noch besser lesen», sagt Eugen Baschung, Baukommissionspräsident der römisch-katholischen Kirchgemeinde. So wurden die Lampen belassen, aber auf LED umgerüstet, was mehr Lichtstärke bedeutet. Zusätzliche Leuchten mussten damit im Kirchenschiff nicht installiert werden. Lediglich die Ausleuchtung für den Chor und die Empore wurden erweitert.

Kredit: 1,4 Mio. Franken

Im Aussenbereich wurden Dachuntersicht, Betonpfeiler und weitere Fassadenelemente gereinigt und zum Teil repariert. 1,4 Mio. Franken hatte die Kirchgemeinde im Juni vor einem Jahr als Kredit für Sanierung und Grundreinigung gutgeheissen. Die Funktionalität und die Raumwirkung sollen durch die nun erfolgten Arbeiten erhalten bleiben, hatte Karl Heeb, Kirchgemeindepräsident, im Vorfeld betont. Möglichst geringe Eingriffe standen als Credo vor dem Sanierungsbeginn. Die denkmalgeschützte «Pfarrkirche St. Maria Königin des Rosenkranzes» nach Plänen des Achitekten Josef Schütz gilt als bauhistorisch bedeutsames Werk.

Da die Kirche für die Fassadenarbeiten eingerüstet werden musste, wurde im gleichen Zug auch eine Dachsanierung vorgenommen. «Dabei war die Dichtigkeit und die Qualität des Blechs ein Thema», so Flury. Stellenweise war nämlich die flache Partie des Dachs undicht geworden. Diese Arbeiten wurden mit einem vom restlichen Kreditrahmen losgelösten Betrag in der Höhe einer Viertel Million durchgeführt.

Im Aussenbereich wird im Aussenbereich auch der Vorplatz mit zum Teil reparaturbedürftigen Bodenplatten wieder instandgestellt sein. Damit der neue Glanz der sanierten Kirche denn auch sichtbar wird, wurden und werden ebenso mit separatem Budget die Umgebungsbegrünung erneuert. Der Park wurde ausgelichtet, Bäume wurden ersetzt oder gefällt - teils wegen der Gefahr fallender morscher Äste, teils weil sie zu nahe an der Fassade waren und somit ein Feuchtigkeitsproblem darstellten. Im Aussenbereich dauern die Arbeiten laut Pfarrblatt bis in den Herbst an.

Nächstes Projekt: Orgelrevision

Mit dem Abschluss der Sanierung wird die Kirchgemeinde aber gleich ein neues Vorhaben an die Hand nehmen: die nötige Gesamtrevision der Orgel. Betriebsstörungen machen dem Instrument mit 37 Registern gerade in den wärmeren Monaten zu schaffen. Doch zum Schutze der Orgel vor Baueinwirkungen wie Staub wurde die Sanierung des Kirchenraumes vorgezogen. Für die Orgelrevision wurde ein Budget von 160 000 Franken veranschlagt.

Eröffnungsgottesdienst Di, 15. August, 10 Uhr. Anschliessend Apéro,
Mittagessen und Kinderprogramm.