Während zweier Jahre verunstaltete ein Sprayer die Solothurner Altstadt mit Tags, also kurzen Schriftzügen. Am 15. Juni 2014 erwischte die Polizei den heute 29-jährigen Schweizer am Amthausplatz auf frischer Tat und verhaftete ihn nach einem kurzen Fluchtversuch.

Die Bezeichnung «Sprayer» ist in diesem Fall aber nicht ganz korrekt. Der Mann markierte Fassaden, Treppenstufen und Schaufenster grossflächig mit speziellen Stiften in den Farben Weiss, Schwarz und Rot.

«City Ramblers» – und das bei den Sprayern immer beliebte «fuck the police» – waren seine bevorzugten Tags. Doch der Sprayer hatte kurz vor der auf Dienstag angesetzten Verhandlung vor Amtsgericht Solothurn-Lebern die Einsprache gegen den Strafbefehl zurückgezogen und somit die unbedingte Freiheitsstrafe akzeptiert.

Da es sich um einen Wiederholungstäter handelt, der bereits am 8. August 2014 rechtskräftig verurteilt worden war, muss der junge Mann nun definitiv für fünf Monate ins Gefängnis.
Mit der rechtskräftigen Verurteilung ist auch der Weg für Schadenersatzklagen vor Zivilgericht in der Höhe von mehreren Zehntausend Franken geebnet.

Ob die Geschädigten je zu Geld kommen werden, ist aber mehr als fraglich: Der Sprayer ist verschuldet und musste am 5. Januar 2015 mit Polizeigewalt ins Betreibungsamt geführt werden, nachdem er mehrere Vorladungen ignoriert hatte. (hps)