Fast 4,5 Mio. Franken will die Stadt mit dem Budget 2019 in zwei sportliche Sorgenkinder investieren: Auf 2,28 Mio. Franken wird der Kredit für den Neubau eines Kunstrasenfelds im Mittleren Brühl veranschlagt, weitere 2,22 Mio. Franken sollen in die Sanierung des Sportbeckens, aber (noch nicht) in den 10-Meter-Sprungturm gesteckt werden. Beide Projekte werden nach der Behandlung im Gemeinderat am nächsten Dienstag als Sondertraktanden in der Budgetgemeindeversammlung vom 18. Dezember das ohnehin schon reichhaltige Abendprogramm im Landhaus zusätzlich befrachten.

Badi-Sanierung wird etappiert

Das städtische Schwimmbad besteht aus dem älteren, östlichen Anlageteil der 20er Jahre, der neuere mit dem Sportbecken, Sprungturm, Garderoben- und Restaurant-Trakt wurde anfangs der 60er Jahre durch Stadtbaumeister Hans Luder erstellt. Beide Technikzentralen West und Ost wie auch der alte östliche Anlagenteil sind saniert, nicht aber die sogenannten «Luder-Bauten». Nun wird jedoch laut Finanzplan das ganze Sanierungsvorhaben etappiert: In der ersten Tranche sind das 50-Meter-Sportbecken mitsamt der Sprunggrube, aber ohne den Turm enthalten, für die Instandstellung der Hochbauten wird erst ein Projekt erarbeitet und ergo dieses erst ins nächstjährige Budget einfliessen.

Grosser Mängelkatalog

«Durch das Alter und die erhebliche Belastung weisen sämtliche Bauteile erhebliche Mängel auf, die nur noch mit grösseren Investitionen behoben werden können», so der lakonische Befund des Stadtbauamtes. Ständig müsse etwas geflickt werden, auch erfüllten die Anlagen nicht mehr die heutigen Anforderungen für einen unterhaltsfreundlichen und kostenoptimierten Betrieb. Im Detail werden ständig auftretende Risse in den Beckenwänden genannt, dann aber auch eine von Anfang an zu geringe Überdeckung der Armierungseisen. Anstelle von 3 bis 4 cm gemäss heutiger Baunorm, war damals überwiegend nur gerade 1 cm Beton aufgebracht worden – was zu Korrosionsschäden und Aufplatzungen führt.

Undicht sind die Überlaufrinne sowie das Ausgleichsbecken, die Erschliessungsleitungen sind zu klein dimensioniert, und die Eintauchtiefe im Sprungbecken ist zu gering. Gewählt würde eine Betonsanierung, weil sie angesichts der Kosten von 3,1 Mio. Franken für die langlebigste Edelstahlauskleidung am wirtschaftlichsten dasteht. Die Sanierung soll bis zum Saisonbeginn 2020 erfolgen. Übrigens: Neubauten sind kein Thema, da die gesamte Anlage unter kommunalem Schutz steht und mit der Sanierung gar eine kantonale Unterschutzstellung angestrebt wird.

Der Ricotenplatz wird nur noch ungern benutzt, weil er keine gute Ballbehandlung erlaubt.

Mittleres Brühl

Der Ricotenplatz wird nur noch ungern benutzt, weil er keine gute Ballbehandlung erlaubt.

Kunstrasen Nummer zwei

Seit Jahren verfügt der FC Solothurn im Stadion über einen Kunstrasenplatz, dessen Sanierung sich aber in fünf Jahren bereits wieder abzeichnet. Nicht so gut stehen die Vereine im Mittleren Brühl da: Die Rasenplätze werden zwar von der Stadt als ausreichend beurteilt. Doch bei Schlechtwetter ist öfters ein Trainingsbetrieb nur auf dem Ricoten-Allwetterplatz möglich. Ein Spielbetrieb ist darauf undenkbar, und der letztmals 2010 sanierte Rindenplatz deckt den Trainingsbedarf nicht ab.

Ball-Schallschutz

Das neue Kunstrasenfeld soll künftig mit seinen Massen von 100 auf 70 Metern 1.-Liga-Meisterschaftsspiele erlauben und wird an das bestehende Be- wie Entwässerungssystem angeschlossen. Zudem ersetzt man die nicht mehr genügende Platzbeleuchtung. Umzäunt wird das Kunstrasenfeld bei einem 3 Meter breiten Randabstand mit 4 und 6 Meter hohen Doppelmatten, die den Lärm aufprallender Bälle reduzieren. In der vorbereitenden Gemeinderatskommission war man über die Kosten erstaunt – und noch nicht beantwortet wurde auch die Frage nach dem allfälligen Fortbestand des Ricoten-Platzes.