Nationaler Spitextag
Spitex-Kaderfrau: «Alle Mitarbeitenden sind unsere Visitenkarte»

Der Spitex-Verein Solothurn wartete am Nationalen Spitextag mit einem breit gefächerten Informationsangebot auf.

Gundi Klemm
Drucken
Teilen
Angehörige der Spitex Solothurn betreuen in Pflege und Hauswirtschaft täglich bis zu 160 Klienten. (Themenbild)

Angehörige der Spitex Solothurn betreuen in Pflege und Hauswirtschaft täglich bis zu 160 Klienten. (Themenbild)

Keystone

Am Vortragsmorgen mit einem Themenmix zu Qualität, Wundbehandlung und Palliative Care lobten Zuhörende die deutlichen Fortschritte der 60 Mitarbeitende umfassenden Spitex-Organisation Solothurn. Zu ihr zählen auch die Gemeinden Riedholz mit Niederwil, Flumenthal und Hubersdorf.

Diese Anerkennung dürfte die Angehörigen der Spitex Solothurn, die in Pflege und Hauswirtschaft täglich bis zu 160 Klienten – etliche mehrmals – betreuen, ausserordentlich freuen. «Alle Mitarbeitenden sind unsere Visitenkarte», bekräftigte Andrea Thierstein, als Kaderfrau im Leitungsteam zuständig für Pflege, Gesundheitsförderung und Prävention.

Sie gab in ihrem Vortrag zum Thema «Qualität» einen Einblick in die Pflegestandards, die regelmässig überprüft und durch Auffrischungsschulungen allen Beteiligten bewusst gemacht werden. «Wenn einmal im betrieblichen Ablauf ein Fehler entsteht, wird er genau analysiert und mittels Qualitätsmanagement verbessert», erläuterte sie die bei der Organisation geförderte «Fehlerkultur» als Lerneffekt für alle Mitarbeitenden. Beschwerden aus unterschiedlichsten Gründen würden ernst genommen, damit sich alle Klienten gut und sicher betreut fühlen können.

Wichtige Wundbehandlung

Andrea Thierstein führte ihrem Publikum vor Augen, was eine umsichtig geplante Pflege ausmacht, die detailliert in Pflegeplanung und Dokumentation festgehalten ist. Um insbesondere bei älteren Menschen das Wundproblem noch besser in den Griff zu bekommen, verfügt der Spitex-Verein in der dafür ausgebildeten Kerstin Scholz über eine Expertin für Wundbehandlungen.

Sie weiss dank neuer Erkenntnisse nach Beurteilung der Wunde, welches Produkt zur Behandlung das richtige ist, und ist bemüht, Einflussfaktoren auszuschliessen, die Wundheilung erschweren. «Heute gibt es Wundauflagen mit Beobachtungsfenster, mit denen unnötig häufiger Ersatz und zu viel Desinfektionsmittel vermieden werden.» Und: «Bedingt durch Nebenerkrankungen ist allerdings nicht jede Wunde restlos heilbar», machte die Vortragende deutlich. Mit Beratung sei es aber möglich, sofern schädigende Gewohnheiten geändert würden, die Lebensqualität zu erhalten. Stimmen aus dem Publikum berichteten von Erfolgen dieser neuen Dienstleistung.

Ein schützender Mantel

Pflegefachfrau Susanne Diethelm und Betriebsleiterin Kathrin Lanz.

Pflegefachfrau Susanne Diethelm und Betriebsleiterin Kathrin Lanz.

Gundi Klemm

In einem berührenden Beispiel beschrieb sie die Unterstützung eines Todkranken und seines Umfelds bis zu seinem Ableben zu Hause. Eminent wichtig sei die angepasste Schmerzbehandlung in Absprache mit dem Hausarzt. Susanne Diethelm zeigte Medikamente und Hilfsmittel, mit denen Sterbenden zu Hause geholfen werden kann. «Bei dieser Form der palliativen Pflege entsteht immer ein intensives Verhältnis», sagte sie und gab der Hoffnung Ausdruck, dass jede Pflegeeinrichtung die Grundsätze der Palliative Care lebe.

Entwicklung durchlaufen

«Ja, wir haben im ambulanten Spitex-Wesen eine markante Entwicklung durchlaufen», bestätigte Betriebsleiterin Kathrin Lanz den Willen ihrer Organisation, alles zum Wohl des Patienten zu unternehmen. Vereinsvizepräsidentin Stefanie Moser hatte zur örtlichen Eröffnung des Nationalen Spitex-Tages die erweiterten Dienstleistungsangebote im Spitex-Verein Solothurn kurz vorgestellt.