Solothurn
Spinnweben und viel Staub: Die St.-Ursen-Kathedrale wird geputzt – nur für die Kuppel reichts nicht ganz

Der Frühlingsputz steht vor der Tür, so auch bei der St.-Ursen-Kathedrale in Solothurn. Dafür ist eine 23 Meter hohe Hebebühne nötig.

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Vor fünf Jahren wurde die St.-Ursen Kathedrale nach einem Brandanschlag renoviert. Der entstandene Sachschaden betrug damals 3.5 Millionen Franken. Nun steht der erste Frühlingsputz an. Das Solothurner Wahrzeichen wird diese Woche gereinigt. Die über 40 Meter hohe Kathedrale zu putzen, ist kein Leichtes und erfordert daher professionelle Hände wie die von Roger Furrer und Hugo Stössel von der Firma Fontana & Fontana in Rapperswil-Jona.

Als Kirchenrestaurator weiss Roger Furrer genau, wie er die 23 Meter hohe Hebebühne zu bedienen hat. «Sie ist eine Spezialanfertigung und extra für solch hohe Kirchengänge konzipiert», erklärt er dem Fernsehsender Tele M1. Zudem müsse man schwindelfrei sein.

Wie Kirchgemeinde-Präsident Karl Heeb gegenüber dieser Zeitung ausführt, wird für nächstes Jahr eine noch stärkere Hebebühne beschafft, um auch die Kuppel reinigen zu können.

St.-Ursen-Kathedrale nach dem Brand und bei der Sanierung Mit seinem zerstörerischen Akt am 4.Januar 2011 wollte Andres Z. die «Bevölkerung aufrütteln und Aufsehen erzielen».
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 Wie die massiven Schäden zeigen, hat der Brandstifter auf zynische Weise sein Ziel erreicht.
Eine solche «Kunst», wie er die Brandstiftung bezeichnete, könne man nur einmal im Leben vollbringen. Der verbrannte Altar kurz nach der Tat ist Ausdruck dieser «Kunst».
«Ich wollte einen massiven Schaden anrichten», betonte Andres Z.
 Nicht nur die direkten Brandschäden sorgen dafür, dass die Kathedrale einer aufwändigen Sanierung unterzogen wird.
 Auch Russ macht die Renovation zu einer wahren Sisyphusarbeit.
 Praktisch alle Oberflächen sind mit ölig-schmierigen Russpartikeln bedeckt.
 Die Kosten für die Brandsanierung seien durch Versicherungsleistungen gedeckt, sagt die römisch-katholische Kirchgemeinde Solothurn.
 Den Brandanschlag bezeichnete er als «künstlerische Aktivität, um das Volk auf Missstände aufmerksam zu machen»
 Der psychiatrische Gutachter bescheinigte Andres Z. eine stark verminderte Schuldfähigkeit.
 Der Anschlag sei bewusst wegen der bevorstehenden Weihe des Bischofs des Bistums Basel erfolgt.
 Mit der eindrucksvollen Eingerüstung der Kathedrale...
 ... rückt die Aussicht auf eine Kathedrale näher,...
 ... die wieder im alten Glanz erstrahlt.

St.-Ursen-Kathedrale nach dem Brand und bei der Sanierung Mit seinem zerstörerischen Akt am 4.Januar 2011 wollte Andres Z. die «Bevölkerung aufrütteln und Aufsehen erzielen».

Hanspeter Bärtschi

Weil sich der Russ der Kerzen in den Spinnennetzen ablagert, entstehen unschöne, schwarze Flecken in der ganzen Kathedrale. Mit dem Staubsauger geht es dann den Spinnen und ihren Netzen in der Höhe an den Kragen. Vor allem aber auch wird regelmässig Staub entfernt, da sich dieser sehr schnell wieder von neuem absetzt.

Auch Schäden ausbessern

Die beiden Profis sind aber nicht nur zum Putzen in der Kathedrale. Auch das Überprüfen und Ausbessern von Schäden gehört zu ihrem Job. Verunreinigungen werden mit Kalkfarbe behoben. Dabei den richtigen Farbton zu treffen erfordert ein geschultes Auge.

Die Putzarbeiten dauern noch bis Ende dieser Woche. Daher muss gut geplant werden, was zu welchem Zeitpunkt geputzt wird. Um die ganze Kirche zu putzen, reicht die Zeit schlicht nicht aus. Die Orgel und das Mittelschiff sind bisweilen gereinigt. «Der Rest wird nächstes Jahr eingeplant», so Karl Heeb. (daa)