Solothurn
«Spielhimmel» will seine Erfolgsgeschichte an der Theatergasse weiterschreiben

Das letzte Ladengeschäft am Landhausquai ist seit Ende April Geschichte: Der «Spielhimmel» musste einem weiteren geplanten Gastrobetrieb an Solothurns «Riviera» weichen und hat am 2. Mai im neuen, grösseren Standort an der Theatergasse eröffnet.

Wolfgang Wagmann
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Im neuen «Spielhimmel» (v.l.): Rahel Schnyder, Praktikant Quirin Schnyder, Esther Jenny, Peter Dahinden und Ueli Estermann. Es fehlen Fabienne Guggisberg, Zeno Freudiger, Stephan Flückiger, Sabrina Hintermann und Lukas Walser.

Im neuen «Spielhimmel» (v.l.): Rahel Schnyder, Praktikant Quirin Schnyder, Esther Jenny, Peter Dahinden und Ueli Estermann. Es fehlen Fabienne Guggisberg, Zeno Freudiger, Stephan Flückiger, Sabrina Hintermann und Lukas Walser.

Wolfgang Wagmann

Dort will er seine 20-jährige Erfolgsgeschichte weiterschreiben – mit 2000 bis 3000 Spielen im Sortiment. «Wir sind sehr wohl hier», finden die beiden Genossenschafter Peter Dahinden und Ueli Estermann. Dank dem ebenfalls neu eröffneten «Gwürz-Zouber» gegenüber und anderen interessanten Geschäften in der Theatergasse hofft die neunköpfige Genossenschaft, auch am neuen Standort eine treue Kundschaft zu haben. «Am Landhausquai war die Menschenmenge manchmal schon kontraproduktiv. Unsere Kunden wollten nicht Spalier laufen», glaubt Dahinden.

Für ihn, der zusammen mit Stephan Flückiger 1993 den «Spielhimmel» gegründet hat, birgt die Entwicklung eine gewisse Ironie in sich: «In der IG Lebendiger Landhausquai haben wir lange für die Attraktivierung des Quais gekämpft. Jetzt sind wir irgendwie Opfer des eigenen Erfolgs geworden.»

Die Faszination des Spiels

Der «Spielhimmel» kann zwar im grösseren Geschäft sein Angebot an bestehenden Spielen vergrössern, «doch die Zeiten, als wir noch jeder Neuheit nachjagten, sind längst vorbei», weiss Peter Dahinden. Noch immer führt das millionenfach verkaufte Spiel «Die Siedler von Catan» die Hitliste an, im Trend seien aber auch «Dog», eine Art «Eile mit Weile», nur mit Karten statt Würfeln gespielt oder das Wikingerspiel «Kubb». Das Spielen am Computer habe zu einer «spannenden Entwicklung» geführt, erklärt Dahinden. «Die Amerikaner und Franzosen entdeckten erst in den letzten zehn, fünfzehn Jahren das Brettspiel.»

Andererseits gebe es den Trend, dass Computerspiele als Sammelkartenspiele bei den Jugendlichen auf grosse Resonanz stossen. Ueli Estermann: «Wir organisieren jeden Samstag in der Landhausbar ein Turnier, das auf grossen Anklang stösst.» Statt der Einsamkeit am Computer «sitzen die Leute wieder vermehrt beim Spielen zusammen». Toll seien auch die mehrmals im Jahr durchgeführten Spielanlässe im «Kreuz»-Saal. «Diese sind sehr gut besucht. Es kommen Familien mit ihren Kindern, Jugendliche, aber auch Erwachsene über 50», erzählen die beiden Genossenschafter.

Ein spezieller Start

«Wir sind beide in Port aufgewachsen, jeder auf der anderen Seite der Aare», verweist Peter Dahinden auf seinen Gründungspartner Stephan Flückiger. Beide hätten sie die gleiche Idee eines Spiele-Geschäfts gehabt, zusammengekommen seien sie aber über das Berner «Drachenäscht», das dann im «Spielhimmel» sein Solothurner Pendant fand. Beide Geschäfte arbeiten noch heute mit dem Berner Spielverlag «Fata Morgana» und dessen bekanntem Aushängeschild Urs Hostettler zusammen, der Spiele kreiert und produziert. «Geschäftlich ist der ‹Spielhimmel› jedoch autonom», erklärt Ueli Estermann das Solothurner Modell mit neun Genossenschafterinnen und Genossenschaftern, die alle noch einen anderen Beruf haben und den Laden im Ressortsystem betreuen.

Zum Geschäft gehört ein funktionierender Online-Shop, der belegt, dass dem «Spielhimmel» keineswegs ein staubiges «Eile-mit-Langeweile»-Image anhaftet. Ein für Solothurn sehr attraktives Geschäft, das Peter Dahinden nur mit einer Einschränkung sieht: «Eigentlich sollte es in einer grösseren Stadt sein.»

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