Theater Mausefalle
Spiel um Geld und Liebe - Theater Mausefalle spielt Shakespeare Klassiker

In einer höchst gelungenen Aufführung bringt das Solothurner Teatro Mobile Shakespeares Klassiker «Der Kaufmann von Venedig» auf die Bühne. Die Premiere erntete reichlich Beifall.

Helmuth Zipperlen
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Reto Sperisen als Kaufmann und David Gnaegi als Shylock.

Reto Sperisen als Kaufmann und David Gnaegi als Shylock.

Zur Verfügung gestellt

Schwarze Vorhänge und drei Stellwände mit symbolkräftigen Bildern zieren die Bühne, kaum Möbel und Requisiten. Michael Wirz und Karsten Kroesch sind für diesen Rahmen verantwortlich. Dafür sind die Darsteller/-innen in zeitgemässe, farbenprächtige Kostüme gewandet. Damit sind alle Voraussetzungen erfüllt, das Venedig um 1600 herauf zu beschwören. Seit dem Holocaust taten sich deutsche Bühnen schwer, dieses Stück in den Spielplan aufzunehmen, weil die Figur des Shylock von den Nationalsozialisten für deren antisemitische Propaganda korrumpiert worden ist. Das bewog denn auch den Regisseur Joël Eschmann zu einer kurzen Einführung in das Werk. Ergänzt wurden seine Ausführungen durch die von Patrick Kappeler gesprochenen historischen Hinweise über Lautsprecher.

Keine reine Komödie

Shakespeare liess sich zu diesem Werk von verschiedenen älteren italienischen Quellen inspirieren. So ist denn letztlich keine reine Komödie, aber auch keine Tragödie entstanden. In der gezeigten Bearbeitung des Teatro Mobile ist die Handlung intelligent gestrafft und auf das Wesentliche reduziert worden. So erleben wir denn ein Spiel um Geld und Liebe. Die Juden, welche nur Geldgeschäfte tätigen dürfen, werden von den Kaufleuten, welche mit ihren Gewinnen ebenfalls ins Geldgeschäft einsteigen, bedrängt. In Belmont ist eine reiche Erbin zu heiraten, doch wer sie zur Frau bekommt, muss ein Rätsel lösen. Die Prinzen von Aragon und Marokko (Joël Eschmann) sind zu gierig und tippen daneben.

Um der Liebe willen

Bassanio, der Venezianer, (Michael Wirz) hat die Erbin Portia (Anne-Catherine Kramis) bereits früher kennen gelernt und will ebenfalls um sie werben. Antonio, der Kaufmann von Venedig (Reto Sperisen), ist aber knapp an Barem, um seinen Freund Bassanio für die Reise auszurüsten. Er erwartet indessen einige Schiffsladungen mit wertvollen Gütern, weshalb er Bassanio dazu anhält, beim Juden Shylock (David Gnaegi) Geld aufzunehmen und Antonio als Bürge zu bezeichnen.

Antonio ist allerdings zum grossen Konkurrenten für Shylock geworden und deshalb stellt dieser eine höchst ungewöhnliche Bedingung. Portia ihrerseits hofft, dass sich Bassanio einfindet, um um sie zu werben. Und weil Liebe sensibel macht, kann Bassiano das Rätsel lösen. Dem Glück stände jetzt nichts mehr im Wege, doch die erwarteten Schiffsladungen von Antonio sind nicht eingetroffen und Shylock fordert nun sein Recht. Jonathan Sollberger und Nourdin Khamsi sind als Gratiano und Lorenzo zu sehen, ebenso Samira Oulouda als Jessica und Annina Kasser als Nerissa.

Als Doge von Venedig gibt Valentin Parli seinen Einstand im Ensemble des Teatro Mobile. Für die Technik sind Melanie Egger und Remo Streit zuständig. An der Premiere erntete die Aufführung reichen Beifall.

Nächste Aufführungen: Fr, 26. April, 20 Uhr; So, 28. April, 17 Uhr; Fr/Sa, 3./4. Mai, Fr/Sa, 10./11. Mai, Fr, 17. Mai, jeweils 20 Uhr.

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