Sanierung Burristurm
Spengler hinterlässt Nachfolger eine Zeitkapsel in Burristurm-Spitze

Bei der letzten Erneuerung von 1893 hinterliess der Spengler kein Andenken in der Spitze des Solothurner Burristurm. Nun werden Turm, Dach und Spitze wieder saniert. Und im Jahr 2015 beschliesst man eine Zeitkapsel für die Nachwelt einzubauen.

Andreas Kaufmann
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Von weitem sieht die neue Spitze des Burristurms zum Anbeissen aus – was an ihrer Farbgebung liegt: Mit schoggibraunem Überzug mutet die Kugel wie ein übergrosses Praliné an.

So löst der Dachabschluss aus Kupfer den bisherigen ab, der vermutlich auf das Jahr 1893 datiert und eine ähnliche Farbe hatte. Unterkonstruktion, Lanzenspitze und die rot-weisse Windfahne konnten restauriert werden. Derweil wurden die Kupferteile in der Spenglerei Schaffner in Bellach neu erstellt.

Max Glauser (Projektleiter Hochbau Stadt Solothurn), Jürg Thommen (Bauleiter, Kurt Stalder Architekten), Jürg Schärli (Schärli Bedachungen), Urs Bertschinger, (Bauforscher bei der kantonalen Denkmalpflege), Felix Schaffner (Spenglerei Schaffner) (v.l.). Die neue Spitze könnte unter guten Bedingungen 100 bis 150 Jahre hinhalten, aber diesmal mit einer Zeitkapsel von anno 2015.

Max Glauser (Projektleiter Hochbau Stadt Solothurn), Jürg Thommen (Bauleiter, Kurt Stalder Architekten), Jürg Schärli (Schärli Bedachungen), Urs Bertschinger, (Bauforscher bei der kantonalen Denkmalpflege), Felix Schaffner (Spenglerei Schaffner) (v.l.). Die neue Spitze könnte unter guten Bedingungen 100 bis 150 Jahre hinhalten, aber diesmal mit einer Zeitkapsel von anno 2015.

Andreas Kaufmann

Seit Mai wird der Burristurm saniert: Witterungsschäden, darunter Abplatzungen der Mauersteine, machten Instandstellungsarbeiten nötig. Auch das Dach – und damit die Spitze – wurden renoviert: «Wir haben zwei Drittel der gesamthaft 12 000 historischen Biberschwanzziegel ersetzt», erklärt Jürg Schärli von Schärli Bedachungen Riedholz.

Aufwendig waren die Dacharbeiten auch deshalb, weil die einzelnen Ziegel auf eine kreisrunde Fläche und für eine gewölbte Neigung angepasst sein mussten. Für die Arbeiten an der Spitze, die bei idealem Wetter nächsten Dienstagnachmittag per Kran installiert wird, wendete Spenglereiinhaber Felix Schaffner rund 25 Stunden auf.

Neu wird der «Gupf» mit einer Besonderheit ausgestattet sein, die der Spengler vor 122 Jahren ausgelassen hatte: eine Zeitkapsel, die eine Dokumentation der Denkmalpflege mit Fotos und Stichen enthält, dann Arbeitsberichte der beteiligten Unternehmer, ferner der Sanierungsantrag an den Gemeinderat.

Schaffner schickt zudem auf diesem Weg einen Silber-Einfränkler mit seinem Jahrgang sowie die diesjährige Fasnachtsplakette in die Zukunft. Zu guter Letzt soll am Donnerstag nachträglich auch ein Exemplar dieser Zeitung beigelegt werden.

Laut Bauleiter Jürg Thommen wird die Sanierung bis Ende Jahr abgeschlossen sein – bei idealem Wetter wird bis dann auch das Gerüst abgebaut sein.

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