Solothurn

Speiseplan erweitert und neues Mobiliar: Jetzt führt die SV-Group auch die Mensa der Kantonsschule

Nach Olten und Grenchen lässt seit diesem Schuljahr auch die Kantonsschule in Solothurn ihre Mensa von der SV-Group leiten. 2019 hatte dort Besteck fast zu einem kleinen Skandal geführt – wie funktioniert der Betrieb heute?

Die Mensa der Kantonsschule Solothurn erstrahlt in neuem Glanz: Nachdem die Schulkantine über 25 Jahre lang vom Gemeinnützigen Frauenverein (SGF) Solothurn geleitet worden war, wurde die Aufgabe auf Anfang Schuljahr neu vergeben. Seit Mitte August führt den Mensa-Betrieb die SV-Group, ein Schweizer Gastronomie- und Hotelmanagement Unternehmen mit Hauptsitz in Zürich.

Nicht nur der Speiseplan wurde durch die neue Leitung erweitert; das Projektteam der SV-Group hat auch anderes Mobiliar angeschafft. Jetzt gibt es in der Mensa eine Lounge mit Sitztreppe sowie Hochtische am Gang. Es sehe nun viel gemütlicher aus, meint Brigitte Marti, Vereinspräsidentin des SGF. Ihr Verein organisierte bereits im Jahr 1988 die Essensausgabe in der Mensa. Offiziell unter Vertrag waren sie bei der Kanti dann von 1994 bis Ende 2019.

Es sei nun aber sicher besser, dass ein grösseres Unternehmen übernommen habe, sagt Marti. «Mit der momentanen Situation hätten wir als Verein jetzt wohl einen riesen Stress. Die SV-Group hat so viele Mitarbeiter und Ressourcen; sie können das trotz Corona gut organisieren.» Ausserdem habe die SV-Group die bisherigen Angestellten der Mensa mit dem Betrieb mitübernommen.

Die SV-Group übernimmt immer mehr Mensen

Durch die Zusammenarbeit mit der SV-Group zieht die Kanti Solothurn bei anderen Schulen im Kanton nach: Die Mensa der Kantonsschule Olten sowie die des BBZ Olten werden bereits seit über zehn Jahren von dem Zürcher Unternehmen geführt. Auch in der Mensa des BBZ Grenchen hat die SV-Group seit mehreren Jahren die Leitung inne. «Eigentlich ist es ja witzig», sagt Brigitte Marti. 

Einige Mensen werden aber auch noch von anderer Hand geführt. In der Pädagogischen Hochschule Solothurn zum Beispiel ist die Vebo für den Betrieb zuständig. Die FHNW in Olten organisiert sich intern, hat also ihre eigenen Köche und Angestellten, und im BBZ Solothurn hat nach wie vor der SGF Solothurn die Leitung inne.

Genügend Gabeln und zufriedene Schüler

Mit der jetzigen Situation an der Kanti sei man zufrieden. «Es wird fleissig konsumiert und die Mensa ist sehr gut besucht», heisst es in einem Statement.

Auch mit dem Besteck, das im Jahr zuvor einmal beinahe für einen kleinen Skandal gesorgt hatte, habe es nie mehr Probleme gegeben. Damals hatten nach Darstellung der Schüler oft Gabeln und Löffel gefehlt. Der damalige Leiter der Mensa, Maxim Mejenin, war über die Situation nicht sehr erfreut, wie Brigitte Marti erzählt. Der Grund für den Besteckmangel seien vermutlich die 18 neuen Mikrowellen gewesen, die viel mehr Schüler in die Mensa lockten, als die Infrastruktur vorsah. Diese Schüler brachten ihre eigenen Essensbehälter mit, nicht aber ihr eigenes Besteck. Auch als es an Gläsern mangelte, kamen die meisten nicht auf die Idee, eine wiederverwendbare Wasserflasche mitzubringen.

Die Anliegen der Schüler wurden ernst genommen und die Mensaleitung hat für die Anschaffung von neuem Besteck gesorgt. Ausserdem wurden die Schüler ermahnt, zu den Essgeräten Sorge zu tragen, denn einige Gabeln waren auch im Müll oder auf der Rasenfläche gefunden worden. So musste seither nie wieder jemand «Spaghetti mit dem Messer essen», wie es 2019 eine Schülerin erzählte.

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