Solothurn
Spass garantiert: Aus der St. Ursentreppe wurde ein Bob-Run

Der plötzliche Wintereinbruch freut die Jungen und jung Gebliebenen besonders: Die Top-Schneeverhältnisse haben in der Solothurner Altstadt zu einer sportlichen Innovation geführt.

Wolfgang Wagmann
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Anstehen beim Schneemann für eine Fahrt.
11 Bilder
Wer bremst wird eingezuckert.
Robi und Emily Von Roll - zwei des Pistenbauerteams.
Rauf an den Start.
Papi als Bremser ist auch eine Variante.
Schnee Solothurn
Unterwegs verloren gegangen.
Das macht Spass.
Die Piste von oben mit der Auslaufkurve.
Das fägt.
Auch auf den Knien geht was.

Anstehen beim Schneemann für eine Fahrt.

Wolfgang Wagmann

Bobfahren mitten in Solothurn? Wie auf der weltberühmten Celerina in St. Moritz? Ja klar. Und zwar am prominentesten Ort der Stadt, mitten auf der St. Ursentreppe. Seit dem Samstag ist die Strecke im Betrieb, mit wachsendem Zuspruch der Kinderpiloten.

Es hatte auch sehr lange gedauert, bis Frau Holle weider einmal zünftig die Kissen schüttelte. Rund 20 Monate ists her, seit damals im Februar 2013 Schnee in Solothurn in nennenswerten Mengen heruntergekommen war. Immerhin 15 cm hatten sich bis gestern zusammengeläppert und da das weisse Rohmaterial zwar nass aber doch relativ leicht war, gabs für die kindliche Kreativität kein Halten mehr. «Machsch es Fotti vo üs?» fragte gestern deshalb sichtlich stolz Robi Von Roll in Begelitung seiner Schwestern Emily und Anna. «Denn wir haben die Bahn gebaut.»

Nicht ganz allein. Denn der Bob-Run mit dem mächtigen Schneemann am Start führt über die dreimal elf Stufen hinunter direkt auf den Kronenplatz. Und da hatte eine Schneeräumequipe des Werkhofs die Idee, unten Schnee zu einer schön geschwungenen Auslaufkurve aufzutürmen – Schnee gabs ja ringsum genug. Spannend an der rasanten Talfahrt sind zwei, drei eingebaute Buckel, die bei genug Tempo sogar für Luftsprünge von ein paar Zentimetern gut sind.

Mit den angesagten eisigen Nächten dürfte sich der Spassfaktor noch bis gegen das Wochenende steigern. Doch bevor die Fasnächtler nervös werden: Schon in fünf, sechs Tagen dürfte Tauwetter die Treppe und Umzugstribüne wieder allmählich freigeben.