Stadtpräsidium
SP rüttelt an Kurt Fluris Stuhl – Franziska Roth ist «sehr interessiert»

Die Stadtsolothurner SP entscheidet am 14.September, ob sie eine Gegenkandidatur zu Kurt Fluri aufstellen will. Franziska Roth zeigt Interesse an diesem Amt.

Andreas Kaufmann
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Kurt Fluri will ein weiteres Mal antreten, Franziska Roth hingegen will Fluris Amtszeit verkürzen.

Kurt Fluri will ein weiteres Mal antreten, Franziska Roth hingegen will Fluris Amtszeit verkürzen.

az

Soviel ist klar: 2017 wird Kurt Fluri wiederholt fürs Amt des Stadtpräsidenten kandidieren. Soviel ist wahrscheinlich: Die SP will dem amtierenden Oberhaupt der Stadt eine Gegenkandidatur gegenüberstellen.

Claudio Marrari, Ortsparteipräsident, bestätigt: «Eine von uns eingesetzte Findungskommission hat dem Vorstand der städtischen SP vorgeschlagen, eine Gegenkandidatin oder einen Gegenkandidaten zu Kurt Fluri aufzustellen.»

Anlässlich der Parteiversammlung am 14. September wird sich definitiv entscheiden, ob jemand ins Rennen steigt - möglicherweise auch, wer es sein wird.

Fokus auf Kultur

Gegenüber dem SRF-Regionaljournal Aargau-Solothurn zeigte sich Franziska Roth, Gemeinde- und Kantonsrätin der SP, schon einmal «sehr interessiert» an einer Kandidatur.

Sie habe diesen Weg neben anderen Möglichkeiten in die Waagschale gelegt, erläutert die 50-Jährige auf Anfrage dieser Zeitung. Konkret wären die anderen Möglichkeiten die Kandidatur auf einen Regierungsratssitz sowie die mögliche Ablösung von Hadorn Philipp Hadorn als Nationalrat.

Sicherlich würde sie aber nicht mehr als ein Amt in Personalunion bekleiden wollen: «Die Stadt hat verdient, dass man zu 100 Prozent und physisch für sie da ist. Wäre ich daneben noch 60 Prozent in der Heilpädagogik, würde man mir die Ernsthaftigkeit nicht abkaufen.» Das Amt als Stadtpräsidentin würde sie aber auf jeden Fall bevorzugen. Neben anderen Dossiers würde sich Roth einigen Schwerpunkten besonders intensiv zuwenden: «Kommunikation, Transparenz und Einbindung der Bevölkerung, aber auch der Gemeinderäte.»

Auch der Kulturbereich würde sie in den Fokus nehmen: «Das geht über Museen und Stadttheater hinaus und umfasst auch ein kultiviertes Nachtleben.» Weitere Themenkreise wären die Perspektiven der Jugend, die Förderung als Wirtschaftsstandort und die Bedeutung als Sportstadt.

Spielen die Grünen mit?

Nun benötigt die SP – mit 8 von 30 Sitzen im hiesigen Gemeinderat vertreten – für eine erfolgsverheissende Kandidatur mindestens die Unterstützung der Grünen (5 Sitze im Gemeinderat).

Wie Heinz Flück von den Grünen bekannt gibt, habe man zwar im Hinblick auf eine mögliche Nichtkandidatur Kurt Fluris bereits über Parteigrenzen hinaus Gespräche geführt, nun aber noch nicht im Lichte der neuen Erkenntnis, dass der hiesige Stadtpräsident seinen Stuhl vorerst nicht räumen will. «Sicher ist, dass wir nicht mit einer chancenlosen Kandidatur reinschiessen werden», macht Heinz Flück klar. Die parteiinterne Diskussion diesbezüglich sei schon mal angestossen, möglicherweise wird die Kandidatur bzw. ein Schulterschluss mit der SP bei der kommenden Parteiversammlung am 24. August Thema sein.

Claudio Marrari von der SP bestätigt: «Selbstverständlich ergibt eine Kandidatur nur im Zusammenschluss mit den Grünen Sinn.» In den nächsten Wochen werde sich entscheiden, welcher Art diese Zusammenarbeit sein könnte, so Marrari weiter. (ak)