Die SP Stadt Solothurn nehme die Analyse dieser Zeitung zum Thema Stadtpräsidiumswahl «mit Erstaunen zur Kenntnis», schreibt die Partei in einer Stellungnahme. Nach Jahren habe die Stadtbevölkerung nun Gelegenheit zu einer echten Wahl gehabt. «Wenn man der Partei mit der stärksten Fraktion in dieser Stadt zum Vorwurf macht, dass sie einen engagierten Wahlkampf betreibt, ist das mehr als bedenklich. Ebenso die Aussage, die suggeriert, dass die SP Stadt Solothurn sich die Kosten für den Wahlkampf und damit den Wahlkampf überhaupt hätte sparen können», meint die SP.

Im Gegensatz zur FDP mache sie ihre Kosten transparent. Mit dem Wahl-Kommentar – «einer eigentlichen Fanpost» des Chefredaktors – sei die Position dieser Zeitung «deutlich unterstrichen» worden. Die SP weiter: «Die Aussage, dass weit und breit keine Nachfolgerinnen und Nachfolger von Fluri in Aussicht stehen, ist an Peinlichkeit kaum zu überbieten.» Es sei «bedauernswert», dass die lokale Berichterstattung einer solchen Personenhuldigung unterliege. «Sie ist aber im stadtpolitischen Mengengelage nachvollziehbar», glaubt SP-Fraktionschef Matthias Anderegg.

Mit Franziska Roth sei die profilierteste Politikerin der SP Stadt Solothurn ins Rennen geschickt worden. «Im Wissen, dass dieses Unterfangen mehr als schwierig ist und im Wissen, dass der öffentliche Problemdruck zu schwach war, stellte sie sich zur Verfügung. Das braucht Engagement und Courage», gibt die SP zu bedenken. Das es aus dem links-grünen Lager offensichtlich etliche Stimmen für Kurt Fluri gegeben habe, sei zu bedauern.

«Hier wurde die Amtszeit von 24 Jahren höher gewichtet als politische Haltungen wie Atombefürworter, Gegner der Energiestrategie, Befürworter der URS III und Verschärfer des Asylgesetzes», so die SP. Und: «Das links–liberale Image unseres Stadtpräsidenten ist eine Mär.» Selbstkritisch betrachtet müsse sich das links-grüne Lager mit seinen eigenen Positionen auseinandersetzen, betont Anderegg. (mgt)