Dramen, Komödien und Horrorfilme: François Musy kennt das ganze Repertoire der Filmvertonung. Seit über dreissig Jahren begleitet er internationale Regiegrössen am Set und ins Tonstudio: Xavier Giannoli, Silvio Soldini, Manoel de Oliveira, Olivier Assayas, Tony Gatlif, Claire Simon, Cristi Puiu – und immer wieder auch Jean-Luc Godard.

Mit dem Doyen der Nouvelle Vague verbindet ihn eine Zusammenarbeit über zwei Dekaden und an mehr als zwanzig Filmen, darunter «Passion» (1981), «For Ever Mozart» (1996), und zuletzt «Film Socialisme» (2010).

Aktuell ist er beim spanischen Blockbuster «La Reina de España» (2016) von Fernando Trueba mit Penélope Cruz in der Hauptrolle als Tonmeister und Sound-Designer engagiert.

Auch im Schweizer Film ist François Musy an zahlreichen Klassikern beteiligt. Er arbeitete mit den Westschweizer Autorenfilmern der Groupe 5 wie Alain Tanner («Jonas et Lila à demain», 1999) und Claude Goretta («L’ombre», 1991), mit Léa Pool («Emporte-moi», 1998), mit Francis Reusser («Derborence», 1985), mit dem Tessiner Silvio Soldini («Cosa voglio di più», 2010) oder in der Deutschschweiz mit Christoph Schaub («Jeune homme», 2005) und Sabine Boss («Ernstfall in Havanna», 2002).

«Wenn wir an Film denken, denken wir sogleich an bewegte Bilder», meint Seraina Rohrer, Direktorin der Solothurner Filmtage. «Sinnlich erfahrbar wird ein Film aber vor allem über die Tonspur. François Musy ist ein Meister im Erzeugen von Dramatik, Emotionalität und Spannung.»

Geboren wurde François Musy 1955 in Genf. Er ist französisch-schweizerischer Doppelbürger und lebt heute am Genfersee. Nach einem Studium in den Bereichen Film und Video in Genf arbeitete er für kurze Zeit beim Westschweizer Fernsehen. Seit den 1980er Jahren widmet er sich ausschliesslich dem Ton: als Chef-Techniker auf dem Set sowie als Mixer und Sound-Designer in seinem eigenen Studio in Rolle (VD).

François Musys Arbeit wurde immer wieder preisgekrönt. Zweimal gewann er einen César, das französische Pendant zum Oscar, in der Kategorie «Bester Ton» für «Quand j’étais chanteur» (2007) sowie kürzlich für «Marguerite» (2016), beides Filme des französischen Regisseurs Xavier Giannoli.

An den 52. Solothurner Filmtagen wird François Musy persönlich anwesend sein, eine Auswahl seiner Filme vorstellen und am Sonntag, 22. Januar 2017 eine öffentliche Masterclass zum Thema «Film hören» halten.

Das Programm «Rencontre» ehrt jährlich eine Persönlichkeit des Schweizer Films, zeigt ausgewählte Werke ihres Schaffens und ermöglicht dem Publikum, ihr in Solothurn zu begegnen. Zu den bisherigen Ehrengästen des Festivals gehören u.a. Ursina Lardi, Peter Liechti, Silvio Soldini, Marthe Keller, Alain Tanner, Jacqueline Veuve, Claude Goretta, Jean-Luc Bideau, Bruno Ganz, Maximillian Schell, Ruth Waldburger und Renato Berta.

Die 52. Solothurner Filmtage finden vom 19. bis 26. Januar 2017 statt. (mgt)