Solothurn
Sonntagsverkauf floppte – die Stadt- und Gewerbevereinigung ist ratlos

Eher lange Gesichter gab es in jenen 42 Solothurner Geschäften, die am Sonntag geöffnet hatten. Die Stadt- und Gewerbevereinigung will über die Bücher.

Wolfgang Wagmann
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Die gestrige Ausgabe des Sonntagsverkaufs war nur mässig erfolgreich.

Die gestrige Ausgabe des Sonntagsverkaufs war nur mässig erfolgreich.

AZ

Eines vorneweg: Solothurns Altstadt war keineswegs menschenleer an diesem Sonntagnachmittag des 3. Aprils. Vor dem Glacestand der Suteria bildete sich zeitweise eine Schlange, und die Aussenplätze der Restaurants waren angesichts des warmen Wetters sehr gut besetzt.

Doch wer dort hinter einem Bierchen die vorbeiflanierenden Personen beobachtete, stellte bald einmal fest: Solche mit Einkaufstaschen war die ganz grosse Ausnahme. «Es hatte schon Leute. Meistens Auswärtige. Die sahen sich um, und gingen wieder raus», meinte eine Geschäftsfrau und stand damit für den Tenor in den 42 Läden, die geöffnet hatte. Dieser lautete halt schon bei einigen, man habe nur «’s Bättle versuumt».

Einige waren aber auch zufrieden

Die Parkhäuser standen von 10 bis 18 Uhr gratis zur Verfügung, und wurden auch recht rege benützt. Doch die eingesparten Franken schlugen sich nicht im Umsatz nieder. «Der Sonntagsverkauf ist mehrheitlich schwächer ausgefallen», musste Caroline Jäggi, Geschäftsführerin der Stadt- und Gewerbevereinigung Solothurn SGSo nach einer Umfrage bei etlichen Geschäften feststellen. Es habe aber auch Ausnahmen gegeben.

So etwa Sonja Fluri, Filialleiterin von Calida: Sie sei mit dem Ergebnis zufrieden gewesen, da dieser besser als im Vorjahr ausgefallen war. Ebenfalls ein Plus gegenüber 2015 sahen die beiden Modegeschäfte Biba und Nile. «Kitschundko» war das einzige Geschäft überhaupt, das am Friedhofplatz geöffnet hatte. Die Rückmeldung des Geschäftsinhabers sei «nicht super» gewesen, so Caroline Jäggi, doch hätten immer wieder Leute den Laden aufgesucht, um sich etwas umzuschauen.

Als «ganz schlecht» beschrieben dagegen Beatrice Ruch (Schild Mode) und Karin Meister (WE Switzerland Fashion) den Verlauf des Sonntagverkaufs. Auch bei DC Dresscode war man gemäss Umfrage «doch etwas enttäuscht» über die Resultate, und im Schuhaus zum Bieltor sei die Bilanz des ersten Sonntagsverkaufs im Vorjahr ebenfalls besser gewesen. Gleicher Meinung war bei Vögele Shoes Janine Postisek.

Auch eine spezielle Einladung zum Sonntagsverkauf, die vom Geschäft an seine Stammkundschaft verschickt worden war, habe nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Nicht für eine Stellungnahme erreichbar war auch Manor-Direktor Jürg Bächli. Allerdings hatten viele Geschäfte, so vor allem alle Food-Grossverteiler in Solothurn gar nicht geöffnet gehabt.

Gewisse Ratlosigkeit

War das Wetter zu schön, der Termin suboptimal? Fakt ist, dass die zwei Sonntagsverkäufe im April und Oktober bis jetzt nie richtig «eingeschlagen» hatten. Das weiss auch Caroline Jäggi, wo sich bei der Stadt- und Gewerbevereinigung eine gewisse Ratlosigkeit breit macht.

Man habe in die Werbung investiert, doch müsse man sich fragen, ob man noch Geld für diesen Sonntagsverkauf aufwenden solle. Und spezielle Aktionen würden noch mehr kosten. «Wir müssen uns fragen, wie es weitergehen soll», meint die SGSo-Geschäftsführerin - man werde das Thema an der nächsten Vorstandssitzung besprechen.

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