Solothurn
Sonntage brachten Ruhe in Weihnachtsbummel

Gerade die Termine für Sonntagsverkäufe in Solothurn scheinen – da näher an Weihnachten – hinsichtlich Verkaufszahlen besser platziert zu sein als im vergangenen Jahr.

Andreas Kaufmann
Drucken
Teilen
Für Solothurn sind gerade die Sonntagsverkäufe ein salonfähig gewordener Segen.

Für Solothurn sind gerade die Sonntagsverkäufe ein salonfähig gewordener Segen.

Das Wetter, die Branche und die Lage, das sind die Kriterien, die aus Sicht von Willy Reinmann, Geschäftsführer der Stadt- und Gewerbevereinigung einen guten oder weniger guten Weihnachtsverkauf ausmachen. Und während gute Wetterbedingungen die Leute nicht in die sonnigen Höhen getrieben haben, hat nach Reinmanns Ansicht auch die Terminierung der Sonntagsverkäufe das ihre beigetragen: In den letzten Jahren war der erste Sonntagsverkauf zu einem früheren Zeitpunk im Advent angesetzt.

Es werden zwar dank der Weihnachtsreise an diesem ersten Sonntagsverkauf jeweils viele Leute in die Stadt gelockt, diese seien 2011 zu diesem Zeitpunkt weniger einkaufsfreudig gewesen. «Da die Daten heuer aber näher bei Weihnachten waren, verzeichnen die Geschäfte für beide Sonntagsverkäufe insgesamt bessere Umsätze.» Insbesondere der zweite Sonntagsverkauf könnte sich im ähnlichen Rahmen wie 2011 oder sogar besser bewegen, so Reinmanns Einschätzung. Bei Branchen mit einem Beratungs- oder Vorbereitungsbedarf wie Bastelartikel oder Fotowaren, liegt es allerdings in der Natur der Sache, frühzeitig genug zum Weihnachtseinkauf zu schreiten. Teilgenommen haben im übrigen rund 85 Prozent aller Geschäfte.

Auch die Lage spielt eine Rolle, sagt Willy Reinmann: «In Sachen Weihnachtsreise war die Hauptgasse ein wenig abgenabelt», aber auch Ecken wie der Friedhofsplatz sei im Weihnachtsbummel halt eher für jene, die die Läden dort kennen.

Dennoch nicht beklagen kann sich Susi-Verena Furrer vom Spielzeuggeschäft «Bim Müggli» an der Urbangasse. Obwohl nicht festlich beleuchtet und ein wenig abseits, ist sie mehr als zufrieden: «Ich bin berührt, wie rege die Leute zu uns ins ‹Müggli› kommen, zum Teil von Genf oder Zürich», sagt sie angesichts guter Umsatzzahlen für ihre pädagogische Spielwaren. «Gerade auch junge Eltern schätzen das traditionelle Spielzeug wieder mehr.» Heuer sei die Kundschaft besser über die Vorweihnachtszeit verteilt gewesen. Und die Sonntagverkäufe haben sich für Furrer als Segen erwiesen: «Es ist ein Geschenk für die Familie, dass sie in aller Ruhe einkaufen kann.»

«Gute Kundenfrequenz» und einen «gesteigerten Verkaufserfolg» kann auch Judith Rufer vom Spielzeugladen CMS Cre-Action an der Westbahnhofstrasse verbuchen. «Dies liegt daran, dass wir auf Kundenwünsche spezialisiert eingehen können.» Am Sonntagsverkauf positiv zu erwähnen sei – angesichts der Tatsache, dass der Franken nicht zweimal ausgegeben werden könne – dass sich der Kundenstrom auch hier besser verteile und eine entspanntere Einkaufsatmosphäre für die Kunden schaffe.

«Nicht mehr wegzudenken» sind die Sonntagsverkäufe auch für Irene Bögli, Geschäftsführerin der Import Parfumerie, was aber nur für die beiden Verkaufssonntage im Dezember gelte. Ansonsten sei das Vorweihnachtsgeschäft nicht so gut angelaufen. «Die Kundschaft verhielt sich unschlüssig und äusserte Preisvorstellungen im eher tiefen Segment», so Bögli. Hinzu sei das kalte Wetter gekommen, dass ebenfalls die Kauflust geschmälert habe.

Zufrieden mit dem Weihnachtsgeschäft zeigt sich Manor, obwohl man mit einer definitiven Bilanz noch zuwarten will, wie Mediensprecherin Elle Steinbrecher angibt. «Auch die Woche nach den Feiertagen zählt für uns zum Weihnachtsgeschäft.» So lösen dann erst viele ihre Geschenkkarten ein. Ingesamt sei man der Ansicht, am letztjährigen Erfolg anknüpfen zu können. Am Gesamtumsatz von Manor macht das Weihnachtsgeschäft rund ein Viertel aus.

Aktuelle Nachrichten